Szene

Hallervorden erklärt seinen "Heim ins Reich"-Sager

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:38

Bei der Romy-Verleihung am Samstagabend in der Wiener Hofburg hat Schauspieler und Kabarettist Didi Hallervorden mit seiner Dankesrede für Wirbel gesorgt. Als bester Darsteller geehrt hat der 79-Jährige mit der Statuette in der Hand angekündigt: "Morgen führe ich die Romy heim ins Reich." Jetzt erklärt er, was er damit gemeint wollte.

Bei der Romy-Verleihung am Samstagabend in der Wiener Hofburg hat Schauspieler und Kabarettist Didi Hallervorden mit seiner Dankesrede für Wirbel gesorgt. Als bester Darsteller geehrt hat der 79-Jährige mit der Statuette in der Hand angekündigt: "Morgen führe ich die Romy heim ins Reich." Jetzt erklärt er, was er damit gemeint wollte.

Didi Hallervorden hat die Romy als bester Schauspieler für seine Rolle in dem Til-Schweiger-Film "Honig im Kopf" erhalten. Mit seiner Dankesrede hat er aber für Verblüffung und Empörung gesorgt. Noch während der Preisverleihung hat der Deutsche auf seinen "Heim ins Reich"-Sager eine Rüge von Österreichs Parade-Intellektuellem André Heller ausfassen müssen. Der Gewinner der Lebenswerk-Romy hat in seiner Rede klargestellt: "Lieber Didi Hallervorden, ich fand es nicht in Ordnung, was Sie gesagt haben." Und Heller war nicht der Einzige.

"Eine gewisse Mitschuld"

Gegenüber der "Bild am Sonntag" hat Hallervorden die Sache zurechtgerückt. "Ich weiß sehr wohl, was ich gesagt habe", so der Komödiant. "Das war eine bewusste Provokation, die ich mir sehr gut überlegt hatte." Seiner Ansicht nach würden die Österreicher gerne ein bisschen zu Vergesslichkeit neigen: "Vor dem Zweiten Weltkrieg sind die Österreicher mit wehenden Fahnen zu Nazi-Deutschland übergelaufen. Nach dem Krieg haben der österreichische und der russische Außenminister vereinbart, dass im Staatsvertrag festgeschrieben wird, dass Österreich keine Schuld am Zweiten Weltkrieg trifft. Was bedeutet, dass das Land keine Reparationszahlungen zu leisten hatte, diese lasteten auf den deutschen Schultern."

Hallervorden findet, eine gewisse Mitschuld hätten die Österreicher schon eingestehen können. Außerdem wollte er vor rechtem Gedankengut warnen. Offenbar habe man ihn falsch verstanden, konstatiert er, das komme aber bei Kabarettisten mitunter vor.

Und der Rahmen für seine Äußerung, die Verleihung des Film- und Fernsehpreises in der Wiener Hofburg war "die perfekte Bühne dafür".

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