Julian Nagelsmann ist bei den Bayern seit Ende März Geschichte, die Trendwende gelang Deutschlands Serienmeister seither aber nicht. Ganz im Gegenteil. Thomas Tuchel führte die Bayern zwar zurück an die Tabellenspitze der deutschen Bundesliga, im DFB-Pokal und zuletzt in der Champions League schieden die Bayern jedoch aus. Nur zwei von sechs Spielen konnten unter dem 49-Jährigen gewonnen werden. Zur sportlichen Krise kommen noch Reibereien in der Kabine – wie der Prügel-Skandal von Sadio Mane gegen Leroy Sane in Manchester – hinzu.
Geht es nach dem "Sky"-Experten Didi Hamann, so hat Tuchel noch eine viel größere Baustelle in seinem Kader: Führungsspieler Thomas Müller. "Ich würde soweit gehen zu sagen: Unter Tuchel wird Müller nächste Saison kein Bayern-Spieler mehr sein", prophezeite Hamann in seiner Kolumne bei "skysport.de".
Dies begründete Hamann auch damit, dass Müller zuletzt nicht erste Wahl war, obwohl Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting ausgefallen war, der 33-Jährige stand in beiden Champions-League-Duellen mit Manchester City insgesamt lediglich 28 Minuten auf dem Platz. "Ich habe nicht verstanden, dass Tuchel ihn nicht von Beginn an gebracht hat. Dass Tuchel ihn erst nach Mane eingewechselt hat, war für mich ein Schlag ins Gesicht von Thomas Müller. Ein Spieler, der eine Woche zuvor einem anderen ins Gesicht geboxt hat, kommt vor dem Gesicht des FC Bayern ins Spiel", führte Hamann weiter aus.
Nach 14 Jahren im Verein, elf Meistertiteln und zwei Champions-League-Siegen könnten sich die Wege im Sommer also trennen. "Er hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Wenn er aber heute schon weiß, dass er in solchen Spielen in einem Jahr zuschauen muss, wird ihn das nicht befriedigen. Ohne Spiele wird auch sein Einfluss in der Kabine kleiner", ist der 49-Jährige überzeugt. All das würde für einen Abschied sprechen.
Wohin es Müller verschlagen könnte, blieb derweil offen.