Formel 1

Hamilton: "Motorsport nicht mehr das Wichtigste"

Formel-1-Rekordchampion Lewis Hamilton reflektiert über seine lange Karriere und denkt schon an die Zeit danach. Für ihn geht es um mehr als nur PS.
Sebastian Klein
27.12.2022, 07:02
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In der Formel 1 musste er sich im Vorjahr noch hauchdünn Max Verstappen geschlagen geben, hatte in der Saison 2022 wegen ungleicher Voraussetzungen gegen den Red-Bull-Star im unterlegenen Mercedes keine Chance.

Das Karriereende steht für den 37-Jährigen auch nach der ersten Saison ohne Formel-1-Sieg noch nicht unmittelbar bevor. Aber: Die Gedanken daran sind da. Und werden konkreter, obwohl mit Mercedes Gespräche über eine langfristige Vertragsverlängerung anstehen sollen.

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In der "Sportbild" lässt Hamilton vor den Weihnachtsfeiertagen sein großes Ziel durchblicken: "Als Weltmeister aufzuhören ist, glaube ich, ein Traum, den jeder Sportler hat – und ich auch." Wie realistisch das ist, wo die abgelaufene Saison für die Silberpfeile zwar mit aufsteigender Tendenz, aber doch insgesamt durchwachsen zu Ende ging? "Ich weiß, wie schwer es ist, oben zu sein und da auch zu bleiben. Wir wollen wieder nach ganz oben! Was uns große Hoffnung macht, ist das Ende dieser Saison. Die letzten Rennen haben einen klaren Positivtrend gezeigt und beweisen, dass wir mit Durchhaltevermögen alles erreichen können."

"Wichtigeres als Motorsport"

Aber, so der siebenfache Weltmeister: "Für mich ist Motorsport auch nicht das Wichtigste. Als ich ein Kind war, war es das vielleicht. Vermutlich auch, als ich in die Formel 1 kam." Damit schlägt der Brite bereits ähnliche Töne an, wie man sie in den letzten Jahren auch von Sebastian Vettel beispielsweise immer wieder vernommen hatte, ehe er seinen Rückkehr mit dem Saisonende verkündete.

Hamilton: "Seit ich in den 30ern bin, habe ich gemerkt, dass es darum geht, Erinnerungen zu schaffen. Mit Freunden, mit der Familie. Es geht um Schlüsselerinnerungen mit den Menschen, die einem am meisten bedeuten. Darauf konzentriere ich mich und plane Dinge, um diese Momente zu kreieren. Denn das ist das, was man auf Dauer mitnimmt."

So sagt der Superstar auch offen: "Manchmal wacht man auf und hat dieses Gefühl: Ich will das nicht mehr machen. Und manchmal wacht man auf und denkt sich: Andere Dinge kann ich noch mein ganzes Leben lang machen, da ist definitiv noch mehr, was ich erreichen möchte. Es wird jetzt keine riesig lange Zeit sein, aber ich werde definitiv noch bleiben."

Hamilton als Optimist

Viele Fans machen sich Sorgen, dass sie ihr Idol nicht mehr lange in der Formel 1 sehen könnten. Aber: Hamiltons Einordnung der vergangenen Saison stimmen sie wieder ruhiger. Der F1-Star kann den Rückschlägen speziell zu Jahresbeginn auch einiges Positives abgewinnen: "Wir hatten vorher so oft Erfolge, dass es sich ein wenig leer anfühlte. Wir haben gewonnen, aber man hatte schon damit gerechnet. Das ist seltsam, weil es eigentlich so eine tolle Sache ist. Es war daher umso schöner zu sehen, wie sehr wir uns über die kleinen Etappen gefreut haben. Wir haben um Platz fünf gekämpft, und alle waren aufgeregt. Dann ging es um Platz vier, und alle waren total begeistert. Das war eine schöne Erfahrung, auch über einen vierten oder fünften Platz so glücklich zu sein. Auch das Gefühl, sich vorzukämpfen, den ersten dritten oder zweiten Platz zu haben, zu spüren: Wir sind fast da. Das ist etwas, was wir alle gebraucht haben."