Hamsterkauf: So lässt sich Verschwendung vermeiden

Wegen des Corona-Virus habe sich viele Wiener großzügig mit Lebensmitteln eingedeckt. Eine Expertin gibt Ratschläge, damit diese nicht im Müll landen.

Gudrun Obersteiner vom Institut für Abfallwirtschaft der Boku Wien sieht vier Hauptgründe warum Lebensmittel weggeworfen werden. Ganz an der Spitze: "keine Lust". "Wir sind gewohnt, mehrere Sorten Schinken und Wurst im Kühlschrank zu haben und unterschiedliche Obstsorten in der Obstschale." Worauf man weniger Appetit hat, landet oft in der Mülltonne", so Obersteiner.

Falsche Lagerung verkürzt die Haltbarkeit

Auch die Art der Aufbewahrung kann zu Lebensmittelabfällen beitragen. Viele Obst- und Gemüsesorten würden von einer kühleren und dunklen Lagerung profitieren. Obst und Gemüse werden im Handel sehr kühl (3-8°Celsius) gelagert. Durch die offene Präsentation im Supermarkt entsteht der Eindruck, dass sie auch daheim so gelagert werden sollen. Dabei wird z. B. für Äpfel und Birnen eine Lagerung bei 1-10 °C empfohlen, also im Kühlschrank oder der Keller. Über 70 % der Teilnehmer einer Umfrage gaben an, ihre Äpfel bei Raumtemperatur zu lagern. Was ihre Haltbarkeit verkürzt.

Mindestens haltbar bis heißt nicht schlecht ab

Auch das auf den Verpackungen angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum verleitet Konsumenten dazu, noch genießbare Lebensmittel wegzuwerfen. Tatsächlich sagt das Mindesthaltbarkeitsdatum jedoch nichts über die Genießbarkeit aus, sondern ist lediglich eine Garantie für gewisse Produkteigenschaften wie z. B. die Cremigkeit eines Joghurts. Viele Lebensmittel sind daher auch noch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums einwandfrei genießbar. Hier sollte man sich auf seine Sinne verlassen und "schauen, schmecken und riechen", bevor man sich für unnötiges Wegwerfen entscheidet, schlägt Obersteiner vor.

Gerade jetzt bewusst mit Lebensmitteln umgehen lernen

Vielleicht haben die derzeitigen Isolations-Maßnahmen in Bezug auf Lebensmittelverschwendung ja sogar positive Auswirkungen. Viele Menschen zu Hause kochen häufiger selbst und möglicherweise landen dadurch derzeit weniger Brot, Obst und Gemüse im Müll. Obersteiner sieht jedenfalls derzeit die Chance, unnötige Lebensmittelabfälle zu vermeiden. "Jetzt sollten viele ausreichend Zeit haben, auch Reste zu verkochen und insgesamt darauf zu achten, weniger Lebensmittelabfall zu produzieren", meint sie.

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