Handball-WM: "Es ist alles ein bisschen verrückt hier"

Sebastian Frimmel hebt ab.
Sebastian Frimmel hebt ab.GEPA
Am Donnerstag steigt Österreich in die Handball-WM in Ägypten ein. Nicht gegen die USA, sondern gegen die Schweiz. Glücklich ist man darüber nicht.

Die Handball-WM in Ägypten begann für Österreich denkbar ungünstig. Tagelang bereitete man sich intensiv auf Auftaktgegner USA vor. Am späten Dienstag-Abend dann die Nachricht: Die Amerikaner können nicht antreten, weil das Coronavirus mehr als die halbe Mannschaft erwischte.

Spontan wurde die Schweiz vom Weltverband nachnominiert. Nun sind die Eidgenossen am Donnerstag (18 Uhr) der erste ÖHB-Gradmesser. "Wir bekamen um 23.30 Uhr die Bestätigung", erzählt Sportdirektor Patrick Fölser. "Wir haben dann sofort begonnen, Videomaterial zu sammeln. Die Nacht war kurz." 

Wettbewerbsverzerrung?

Die Schweiz ist freilich ein ungleich stärkerer Gegner als die USA. Von Wettbewerbs-Verzerrung will Fölser aber nicht sprechen. "Sie sind ein anderes Kaliber, das können wir nicht wegdiskutieren. Wir suchen aber sicher nicht im Vorfeld nach Ausreden, man muss die Situation annehmen."

Teamchef Ales Pajovic ist über die kurzfristige Änderung ebenfalls nicht erfreut. "Teile der Vorbereitung sind damit umsonst. Wir hatten die USA schon analysiert, plötzlich bekommen wir nach langer Anreise einen neuen Gegner. Es ist nicht ideal, aber ich bleibe Optimist."

Denn auch die Schweiz darf in der Vierergruppe kein Stolperstein werden. Die Eidgenossen reisen erst am Matchtag an, sofern alle PCR-Tests negativ ausfallen. Eine Spielverschiebung ist laut Regelwerk nicht möglich.

Frimmel trifft auf Klub-Kollegen

Legionär Sebastian Frimmel, der in der Schweiz bei Schaffhausen unter Vertrag steht, fiebert dem WM-Start entgegen. "Die meisten Spieler kenne ich aus der Liga, ich bin extrem motiviert, das wird cool." Zur Gegner-Rochade meint er: "Es ist alles ein bisschen komisch und verrückt hier, wie schon das ganze Jahr eigentlich. Mich überrascht nichts mehr. Es wird trotz allem eine geile WM."

Neben der Schweiz trifft Österreich in Gruppe E auf die Topnationen Frankreich und Norwegen. Die besten drei Teams steigen auf.

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