Die Ukrainerin Jastremska setzte sich gegen Bouchard, die mittlerweile auf Platz 216 der Tennis-Weltrangliste abgerutscht ist, in der zweiten Qualirunde von Flushing Meadows mit 6:1, 4:6 und 6;4 durch. Damit hat die 23-Jährige weiterhin die Chance, es in den Hauptbewerb beim letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres zu schaffen.
Einen Handschlag der beiden Spielerinnen gab es nach dem Matchball nicht. Ganz im Gegenteil, die Ukrainerin verweigerte jeglichen Kontakt mit der Kanadierin. Dies allerdings nicht aus politischen Gründen. Stattdessen setzte die Ukrainerin ein Zeichen, nachdem bereits seit Monaten ein persönlicher Konflikt zwischen den beiden Spielerinnen herrscht.
Ein Rückblick in den April 2023, als Bouchard und Jastremska in Madrid aufeinandertrafen. Die Kanadierin schrieb damals auf Twitter: "Hat etwas, in Madrid gegen Doperinnen zu spielen..." Die ehemalige Nummer fünf der Weltrangliste bezog sich dabei auf eine Dopingsperre, die im Jänner 2021 gegen die nun 23-jährige Ukrainerin ausgesprochen wurde. Sechs Jahre zuvor traf Bouchard in Kanada auf Maria Scharapowa. Auch die Russin wurde wegen Dopings gesperrt.
Der Unterschied in diesen beiden Fällen ist jedoch, dass die Dopingsperre gegen Jastremska nach sechs Monaten aufgehoben wurde. Die Ukrainerin, damals erst 20 Jahre alt, konnte nachweisen, dass die bei ihr festgestellte anabole Substanz Mesterolon ohne ihr Wissen in ihren Körper gelangt war. Das unabhängige Tribunal des Anti-Doping-Programms im Tennis entschied dann zugunsten der Ukrainerin, die Substanz sei ohne ihr Verschulden in ihren Körper gelangt. Damals wurde berichtet, ihr Ex-Partner habe Potenzprobleme gehabt und deshalb zu dem Mittel gegriffen. Der Ex-Freund bestritt dies aber und beschuldigte Jastremskas Vater.
Bouchard löschte ihren Tweet im April 2023 jedenfalls einen Tag später wieder und entschuldigte sich. Doch Jastremska scheint nicht vergessen zu haben.