Österreich

Handwerker vergewaltigte Kundin: 8 Jahre Haft

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:14

Am Donnerstag stand ein 31-jähriger Handwerker in Wien vor Gericht, weil er eine Kundin (47) am Halloween-Tag 2013 in ihrer eigenen Wohnung in Wien-Hietzing unter Androhung von Waffengewalt zum Sex gezwungen haben soll. Das Gericht schenkte der Version des Mannes, bloß bei einem Rollenspiel mitgemacht zu haben, keinen Glauben und verurteilte ihn zu acht Jahren Haft.

Am Donnerstag stand ein 31-jähriger Handwerker in Wien vor Gericht, weil er haben soll. Das Gericht schenkte der Version des Mannes, bloß bei einem Rollenspiel mitgemacht zu haben, keinen Glauben und verurteilte ihn zu acht Jahren Haft.

Der 31-Jährige erbat Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Am 31. Oktober suchte der Maler, der als Pfuscher bis zu 5.000 Euro monatlich verdient haben will, die Hietzinger Wohnung einer 47-Jährigen auf. Er läutete gegen 20 Uhr an ihrer Tür, angeblich um in Bezug auf die dortigen Malerarbeiten das weitere Vorgehen zu besprechen.

Gefesselt, geknebelt und mehrfach vergewaltigt

In der Wohnung soll er dann allerdings eine Gaspistole gezückt, der Pharmareferentin die Waffe an den Hinterkopf gedrückt und diese gefesselt und geknebelt haben. Anschließend wurde das wehrlose Opfer laut Staatsanwalt Gerd Hermann mehrfach vergewaltigt. Danach soll der Mann die 47-Jährige noch gezwungen haben, ihn zwei Mal zu einem nahe gelegenen Bankomaten zu begleiten. So eignete er sich 3.260 Euro an.

Maler: Sie wollte "Rollenspiel"

Der Maler weist die Vorwürfe zurück und erzählte vor Gericht eine ganz andere Geschichte. Er sprach von einem einvernehmlichen "Rollenspiel". Sie und er seien von Anfang an per Du gewesen. "Sie hat gesagt, sie hat Vergewaltigungsfantasien, hat sich aber noch nicht mit jemandem drüber getraut", hielt er der Anklage entgegen.

Als Termin für das "Rollenspiel" habe die Frau mit der Erklärung "Halloween ist ein recht gruseliger Zeitpunkt, das würde gut passen" den 31. Oktober vorgeschlagen. Bei einem vorangegangenen Besuch am 26. Oktober, bei dem es schon zu sexuellen Handlungen gekommen sei, habe sie ihn gefragt, ob er sich dazu bereit erklären würde, woraufhin er eingewilligt habe.

"Ein bissl über das Ziel hinausgeschossen"

Das "Rollenspiel" habe dann wie vereinbart stattgefunden - mit einer Einschränkung, wie der Angeklagte einräumte: "Ich hab' ihr den BH, die Hose und die Unterhose zerschnitten. Das war nicht ausgemacht. Da bin ich ein bissl über das Ziel hinausgeschossen." Nach 20 Minuten habe er das "Spiel" auf ihren Wunsch beendet. "Sie hat gesagt, es war okay, aber dass sie es nicht jeden Tag haben muss."

"Sie hat sich vielleicht geniert"

Das Geld soll die 47-Jährige dem Mann freiwillig geborgt haben, behauptet der "Pfuscher". Sie verdiente gut, hatte Ersparnisse, deshalb bat er sie um Geld. Sie seien dann gemeinsam zum Bankomaten gegangen. Zwei Mal, einmal vor, einmal nach Mitternacht, weil das Limit mit dem ersten Abheben erschöpft war. Für die Rückzahlung habe er eine Ratenvereinbarung ausgemacht. Da Treffen endete laut dem Maler mit "einer Flasche Rotwein". Er habe ihr noch "ein Bussl links, einer rechts auffidruckt" und sich "für alles bedankt" und sei dann gegangen. Auf die Frage der Richterin, warum die Frau dann am nächsten Tag zur Polizei gegangen sei, erwiderte der 31-Jährige: "Ich kann mir nur vorstellen, dass sie nachgedacht hat. Sie hat sich vielleicht geniert, dass sie das mit einem Menschen wie mir durchgeführt hat". Er sei "ja nicht der Schönste", bemerkte der Mann.

Am 8. Mai schildert Frau ihre Sicht - per Video

Die Verhandlung wird am 8. Mai fortgesetzt. Dann wird auch das Video mit der kontradiktorischen Einvernahme der Frau abgespielt, die in diesem Rahmen ausführlich die erlittene Vergewaltigung geschildert hat und daher nicht mehr zu Gericht kommen muss.

APA/red.

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