Handy schlägt Alarm, wenn Sexualstraftäter nahe ist

Wer sein Smartphone schüttelt, erfährt, ob ein Straftäter in der Nähe ist. Laut Justizbehörden soll dieses Szenario schon bald zur Realität werden.

In Südkorea starten die Justizbehörden am Mittwoch eine neue App. Damit ist es möglich, Sexualstraftäter auszumachen. Hat man die App installiert, müssen Nutzerinnen und Nutzer ihr Handy mindestens drei Mal schütteln, damit das Programm aktiv wird. So finden sie heraus, ob sich ein registrierter Sexualstraftäter in der Nähe befindet. Damit das System funktioniert, muss der Sexualstraftäter eine elektronische Fußfessel tragen.

Die App überträgt bei der Abfrage den GPS-Standort des Handys an das elektronische Überwachungssystem des Justizministeriums. Das Kontrollzentrum des Ministeriums für Standortverfolgung überprüft dann, ob sich ein registrierter Sexualstraftäter in einem Radius von 20 Metern der Person aufhält, erklärte die Justizbehörde gegenüber der südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag. Wenn ein Sexualstraftäter so geortet wird, wird er angerufen. Falls erforderlich, werden zudem Bewährungshelfer zum Ort geschickt.

4.800 Fußfesseln im Einsatz

Das neue System wurde in Zusammenarbeit mit der Regierung der Provinz Gyeonggi entwickelt. Der Test in 15 Städten und Landkreisen rund um Seoul startet am Mittwoch. Am Montag testete der Justizminister Park Beom-kye zudem ein weiteres System, indem er selbst eine elektronische Fußfessel anzog, sich dann in eine virtuelle No-Go-Zone begab, um so einen Alarm auszulösen, schreibt die Nachrichtenagentur. Das Programm bezeichnete der Minister aufgrund der hohen Rückfallquote bei Sexualstraftätern als "sinnvoll". Weiter soll das Programm bis Ende Jahr auf weitere Teile des Landes ausgeweitet werde.

Nach Angaben der südkoreanischen Regierung tragen derzeit etwa rund 4.800 Sexualstraftäter solche GPS-Fußfesseln, wie die Zeitung "AJU Business Daily" berichtet. In den letzten fünf Jahren haben 303 Personen Sexualverbrechen begangen, während sie die Fußfessel trugen. In Südkorea kamen die elektronischen Fesseln erstmals im Jahr 2008 zum Einsatz. Die Geräte nutzen das 3G- und 4G-Mobilfunknetz, um ihren Standort zu kommunizieren.

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