Mal schnell die Mails checken, kurz bei Instagram reinschauen, auf eine WhatsApp-Nachricht antworten - und das alles innerhalb weniger Minuten. Dieses ständige Hin und Her am Smartphone kennt wohl fast jeder. Doch genau dieses Verhalten ist laut neuen Erkenntnissen der Hauptgrund für digitale Reizüberflutung.
Finnische Forscher der Aalto-Universität haben untersucht, warum wir uns durch Smartphones so oft überfordert fühlen. Das überraschende Ergebnis: Die Gesamtdauer am Handy ist nicht das Hauptproblem.
Wie scinexx.de berichtet, ist die sogenannte Fragmentierung viel schädlicher. Damit ist gemeint, dass wir ständig zwischen verschiedenen Apps und Aufgaben wechseln, anstatt eine Sache nach der anderen zu erledigen. "Wir fühlen uns überfordert, wenn wir alle eingehenden Informationen nicht mehr verarbeiten können", erklärt Studienautor Henrik Lassila.
Die Forscher stellten fest, dass Überforderung mit negativen Emotionen verbunden ist - was wiederum dazu führt, dass wir noch öfter aufs Handy schauen. Ein echter Teufelskreis. Interessant dabei: Selbst stark überforderte Personen änderten ihr Verhalten nicht und nutzten das Handy genauso lang wie weniger gestresste Teilnehmer.
Die Wissenschaftler raten dazu, Push-Benachrichtigungen für nicht wichtige Apps auszuschalten. Außerdem empfehlen sie das sogenannte "Batching": Dabei checkt man Nachrichten nur zu bestimmten Zeiten - etwa zweimal am Tag - und beantwortet alles gesammelt.
"Man muss nicht auf jede Benachrichtigung sofort reagieren. Machen Sie eine Sache nach der anderen", rät Forscher Janne Lindqvist. In einer Folgestudie half diese Methode den Testpersonen tatsächlich, weniger gestresst zu sein.