105.000 Follower auf Instagram, knapp 50.000 auf TikTok: Gabriel Spettel (24) zeigt auf Social Media, dass Landwirtschaft alles andere als uncool ist. Doch aktuell bereitet dem Jungbauern aus dem Weinviertel vor allem eines Sorgen: die extreme Trockenheit.
Normalerweise bringt der Mai noch einmal ordentlich Regen. Heuer blieb dieser vielerorts aus. Die Böden trockneten weiter aus – mit teils drastischen Folgen. Tiefe Risse ziehen sich durch manche Felder. "Wäre mir das Handy runtergefallen, wär's einfach weg gewesen", schildert Spettel.
Manche Kulturen haben mitten im Wachstum aufgegeben, andere sind gar nicht erst aufgegangen. Je nach Standort und Kultur spricht Spettel von 30 bis 100 Prozent Ernteausfall. "Es ist so trocken, dass nicht einmal mehr Unkraut gewachsen ist. Dieses Jahr sind sogar Disteln teilweise dürr geworden."
Auch der jüngste Regen brachte kaum Entspannung. "Für Mais oder Kürbis kommt jede Hilfe eigentlich zu spät", sagt der 24-Jährige. Gleichzeitig müsste bereits der Boden für das Getreide vorbereitet werden, das im Oktober gesät wird. Doch: "Der Boden ist noch immer steinhart."
Trockenheit und schlechte Ernten habe es zwar immer gegeben, sagt Spettel. Wetterextreme würden aber mehr. Besonders problematisch sei die wirtschaftliche Lage: Niedrige Produktpreise treffen auf hohe Produktionskosten.
"Es ist nicht möglich, einen finanziellen Polster aufzubauen, um so schlechte Ernten und trockene Jahre abzufedern", warnt der Jungbauer.