Die Tage werden zwar immer kürzer und die Nächte länger, trotzdem bekommen viele Menschen im Moment zu wenig Schlaf. Obwohl man erschöpft ist, liegt man oft stundenlang hellwach im Bett. Da hilft selbst Schafe zählen nicht mehr. Die Folge: Man ist unkonzentriert und antriebslos im Alltag, was auf Dauer sogar zu einer Depression führen kann. Dr. Stefan Seidel, Neurologe vom Schlaflabor des AKH Wien, erklärt im Gespräch mit "Heute" wie es zu Schlafmangel kommen kann.
"Das Handy kann wie ein Mini-Jetlag wirken"
Neben dem Jahreszeitenwechsel und der geringeren Anzahl der Sonnenstunden kann sich auch der Alltag auf den Schlaf negativ auswirken. "Der Urlaub ist vorbei, die Kinder gehen wieder in die Schule. Das kann unter der Woche oft zu Schlafmangel führen", erklärt Dr. Seidel. Am Abend greift man oft gerne noch einmal zum Handy oder iPad. Doch genau da liegt der Fehler: "Wer vor dem Schlafengehen noch aufs Handy oder iPad schaut, schiebt seinen Schlaf um ein bis zwei Stunden zurück und macht sich so selbst einen Mini-Jetlag. Das künstliche Licht der Geräte hemmt die Melatonin-Produktion. Dadurch denkt der Körper, dass Tag ist", erklärt Dr. Seidel.
Die Schlafqualität hängt auch vom Alter ab
Wer in der Nacht auf Erholung hofft, sollte bereits tagsüber vorsorgen. "Eine fix vorgegebene Tagesstruktur kann den Schlafrhythmus fördern. Es ist auch altersabhängig wie viel Schlaf man wirklich braucht", so Dr. Seidel. Während Kinder bis zu elf Stunden am Stück schlafen, reichen einem Erwachsenen zwischen sechs bis acht Stunden Nachtruhe. "85-Jährige haben von Natur aus weniger Tiefschlaf und sind durchschnittlich nach fünf Stunden wieder wach. Dafür holen sie tagsüber Schlaf auf," erklärt der Arzt.
(adu)