Zwei Schüler sind am Montagabend in Wien-Floridsdorf mit einem Messer gezwungen worden, ihre Mobiltelefone herauszugeben - kein Einzelfall in der Bundeshauptstadt. Dass es einen alarmierenden Anstieg bei solchen Delikten gibt, sieht die Polizei aber nicht.
Die beiden Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren waren um 19.50 Uhr auf dem Heimweg in der Rudolf-Virchow-Straße, als ihnen plötzlich zwei Männer ein Messer unter die Nase hielten. Die beiden - laut Aussagen der Opfer dürfte es sich um Tschetschenen gehandelt haben - forderten die Mobiltelefone, schlugen ihnen ins Gesicht und befahlen ihnen, dass sie die SIM-Karten aus den Handys nehmen sollen. Über die Prager Straße flüchteten sie stadteinwärts.
Die Schüler beschrieben die Täter als 17 bis 19 Jahre alt. Einer war demnach 1,78 bis 1,80 Meter groß und schlank. Er war mit einer braunen Hose und einer schwarzen Jacke bekleidet sowie mit einem Butterflymesser bewaffnet. Sein Komplize dürfte eine Spur größer gewesen sein. Er hatte eine athletische Statur, Sommersprossen und war mit dunkeln Jeans sowie einer dunklen Kapuzenhacke bekleidet.
Kein Ansteig bei Delikten
Im Vorjahr verzeichnete die Exekutive in Wien bei angezeigten Handyrauben ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber 2010. Laut Polizeisprecher Johann Golob war dies eine der wenigen Deliktsgruppen, die überhaupt anstiegen. Raubüberfälle gingen im Vorjahr generell um 7,24 Prozent zurück, Geschäftsüberfälle wurden um 32,52 Prozent weniger verzeichnet als 2010. Bei Überfällen auf Trafiken gab es einen Rückgang um 25,6 Prozent. Handtaschenraube wurden um knapp elf Prozent weniger angezeigt als 2010.
In Sachen Handyraub sei in den vergangenen Monaten eine gewisse Wellenbewegung zu erkennen gewesen, so der Polizeisprecher. In der Vorweihnachtszeit sei ein Anstieg zu verzeichnen gewesen, im Jänner gingen die Zahlen zurück, im Februar stiegen sie wieder an. Momentan zeige der Trend wieder eher nach unten.