Szene

Hanekes "Amour" bester Film Europas

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:09

Die große Gala des Europäischen Filmpreises 2012 auf Malta am Samstagabend ging mit einem Triumph für Michael Haneke zu Ende Das Meisterwerk "Amour" des österreichischen Star-Regisseurs gewann in vier Kategorien. Leer hingegen gingen hingegen die zwei weiteren österreichischen Hoffnungen aus.

Die große Gala des Europäischen Filmpreises 2012 auf Malta am Samstagabend ging mit einem Triumph für Michael Haneke zu Ende Das Meisterwerk "Amour" des österreichischen Star-Regisseurs gewann in vier Kategorien. Leer hingegen gingen hingegen die zwei weiteren österreichischen Hoffnungen aus.

Beim 25. Treffen der europäischen Kinoelite in der kleinen Gastgeberstadt Valletta konnte sich Haneke mit seinem sechsmal nominierten Werk "Amour" in den Kategorien Bester Film, Regie, Hauptdarsteller und Hauptdarstellerin durchsetzen.

Mit der Ehrung als Bester Film hat Haneke bereits zum dritten Mal für einen seiner Filme die Auszeichnung erhalten - nach "Das weiße Band" 2009 und "Cache" 2005. Er ist damit zum illustren Kreis von Gianni Amelio und Lars von Trier gestoßen, die beide ebenfalls je drei Siege für ihre Werke verbuchen können. Ebenso drei Siege kann Haneke nun in der Sparte als Bester Regisseur sein Eigen nennen - womit er in der Geschichte des Europäischen Filmpreises an der Spitze steht. Ebenfalls prämiert wurde "Amour" mit den Auszeichnungen Bester Darsteller an Jean-Louis Trintignant und Beste Schauspielerin an Emmanuelle Riva.

Glückwünsche nach dem Triumph

Kurz nach dem Sieg trafen zahlreiche Glückwünsche ein, die vor allem den anhaltenden Erfolg Hanekes würdigten. "Es ist für mich sehr interessant, dass Österreich nicht nur jetzt stark war, sondern die Erfolge schon eine ganze Weile anhalten", sagte die persönlich anwesende Kulturministerin Claudia Schmied. Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gratulierte Haneke: "Einmal mehr zeigt sich: Michael Haneke ist einer der bedeutendsten Filmregisseure unserer Tage - nicht nur in Österreich, sondern international."

"Mit diesen Auszeichnungen - und schon mit der Goldenen Palme zuvor - setzt Michael Haneke seinen fulminanten Erfolgsweg fort", freut sich Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny mit dem österreichischen Filmemacher.

Auslandsoscar für "Amour"? "Kann mich nur überraschen lassen"

In einem Interview wurde Haneke darauf angesprochen, dass es für einen Auslandsoscar, für den Österreich "Amour" eingereicht hat, ganz gut aussieht. Der Regisseur selbst ist zurückhaltend: "Schon, aber das letzte Mal (2010 mit "Das weiße Band", Anm.) hat es auch gut ausgesehen und ich habe ihn dann nicht bekommen. Ich kann mich nur überraschen lassen: Wird es eine gute Überraschung, freut es mich, wird es eine schlechte, werde ich auch nicht sterben.

Tiesel und Stackl gingen leer aus

Damit blieb es für Margarethe Tiesel als Ulrich Seidls Hauptdarstellerin in "Paradies: Liebe" bei der Nominierung. Dafür hatte die in Graz wohnende Schauspielerin im Gegensatz zur erkrankten Riva Gelegenheit für ein Gespräch mit Moderatorin Anke Engelke - der die barbusige Performance der Schauspielerin einige Gelegenheit zu "breasttakend"en Sprachspielen bot. Leer ging gleich zu Beginn des Abends auch der dritte österreichische Nominierte aus: Albert Stackl, der gegen 13 weitere Werke mit seinem 23-minütigen "Im Freien" in der Kategorie Bester Kurzfilm angetreten war, musste sich dem rumänischen Beitrag "Superman, Spiderman or Batman" des rumänischen Regisseurs Tudor Giurgiu geschlagen geben.

Helen Mirren mit Tränen in den Augen

Die Ehrung für zwei große Stars des europäischen Kinos hatte dagegen bereits im Vorfeld festgestanden. Michael Gambon überreichte seiner alten Freundin Helen Mirren ohne große Umschweife den Award für Verdienste um das europäische Kino, den die 67-Jährige mit Tränen in den Augen entgegennahm. Zudem wurde der betagte Regiealtmeister Bernardo Bertolucci, der im Rollstuhl auf die Bühne geschoben wurde, für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Begonnen hatte die Jubiläumsausgabe der Europäischen Filmpreise mit einem Defilee der Stars über den Roten Teppich im Mediterranean Conference Centre, einem aus dem 16. Jahrhundert stammenden einstigen Krankenhaus des Johanniterordens an der Westspitze der Halbinsel von Valletta. So fanden sich letztlich gut 1.000 Zuschauer aus der Filmbranche im mit Malteserkreuzen dekorierten Saal, wobei sie bereits zum vierten Mal in Folge gewohnt humorvoll von Anke Engelke durch den Abend geführt wurden.

Anke Engelke in der Ritterrüstung

Ihren Auftaktsauftritt erledigte die 46-Jährige auf der ehemaligen Ordensinsel Malta in einer Ritterrüstung. "This will be a Knight to remember", so die Erklärung der Moderatorin. Im Anschluss begleitete sie die Gäste in launigen Verkleidungen und Showideen durch den 25. "The European Film Award" oder wie ihn die Amerikaner nennen würden "The What?".

Und schließlich gab es sogar ein wirkliches Happy End bei der Gala. Während seiner Dankesrede für die Auszeichnung mit dem Publikumspreis für die belgische Komödie "Come as you are" machte Produzent Mariano Vanhoof seiner Lebensgefährtin auf offener Bühne einen Heiratsantrag - der angenommen wurde.

Die Gewinner bei der großen Gala des Europäischen Filmpreis 2012:

Bester Film: "Amour" von Michael Haneke

Beste Regie: Michael Haneke ("Amour")

Beste Hauptdarstellerin: Emmanuelle Riva ("Amour")

Bester Hauptdarsteller: Jean-Louis Trintignant ("Amour")

Bestes Drehbuch: Tobias Lindholm und Thomas Vinterberg ("Die Jagd")

Beste Kamera: Sean Bobbitt ("Shame")

Bester Schnitt: Joe Walker ("Shame")

Bestes Filmmusik: Alberto Iglesias ("Dame König As Spion")

Beste Ausstattung: Maria Djurkovic ("Dame König As Spion")

Bester Dokumentarfilm: "Winternomaden" von Manuel von Stürler

Bester Animationsfilm: "Alois Nebel" von Tomas Lunak

Bester Debütfilm: "Kauboy" von Boudewijn Koole

Bester Kurzfilm: "Superman, Spiderman or Batman" (Regie: Tudor Giurgiu)

Publikumspreis: "Come as you are" von Geoffrey Enthoven

Bereits im Vorfeld standen fest:

EFA-Preis für das Lebenswerk: Bernardo Bertolucci

EFA-Preis für den Beitrag zum Weltkino: Helen Mirren

Koproduktionspreis Prix Eurimages: Helena Danielsson

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