Der Druck der Harry-Potter-Fans war am Ende stärker als jedes Bauprojekt: Ein gigantisches Energievorhaben musste umgeplant werden, weil Fans das Andenken an den beliebten Hauselfen Dobby schützen wollten.
Der sogenannte Greenlink-Interconnector, ein 500 Millionen Euro teures Stromkabel zwischen Großbritannien und Irland, sollte ursprünglich direkt durch den Bereich am Strand Freshwater West in Wales verlaufen. Genau dort gedenken Potter-Fans seit Jahren ihres Lieblings-Hauselfen.
Wie Bild.de berichtet, erklärte Projektmanager Simon Ludlam im Podcast "The Energy Revolution", dass die Angelegenheit für die Potter-Gemeinde "sehr, sehr ernst" sei. Daraufhin wurde das Kabel so umgeleitet, dass die Gedenkstätte unangetastet bleibt.
Freshwater West war Drehort einer der emotionalsten Szenen der gesamten Filmreihe. In "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1" wird der treue Hauself Dobby dort begraben, nachdem er bei der Rettung von Harry und seinen Freunden stirbt. Potter-Fans in aller Welt weinten damals mit dem Zauberschüler.
Kurios: Nach Angaben des Projektmanagers verläuft die neue Route näher an echten bronzezeitlichen Fundstellen als an dem Grab der fiktiven Romanfigur. Doch Dobby hatte offensichtlich die mächtigere Lobby.
Das Stromkabel-Projekt wurde trotz der Umleitung erfolgreich abgeschlossen. Und die Potter-Gemeinde darf weiterhin an der fiktiven Grabstätte ihres geliebten Hauselfen trauern – ein Sieg der Fankultur über die Infrastruktur.