"Harvest Moon: Eine Welt" im Test – Farm-Entspannung

Mit "Harvest Moon: Eine Welt" erscheint ein typisches Farming-Game für die Nintendo Switch. Highlights gibt es keine, dafür aber Entspannung pur.

Wer eines kennt, kennt sie fast alle: Farming-Spiele. Hier muss etwas gepflanzt und dort etwas geerntet werden – und manchmal kümmert man sich nebenher auch noch um Kuh, Pferd und Schwein. So ist es auch bei "Harvest Moon: Eine Welt", das neu für die Nintendo Switch erschienen ist. Was der Titel allerdings etwas anders macht, ist eine Handlung zu erzählen: Hier gibt es nämlich einen Grund, warum wir ins Farmleben einsteigen und ackern, was das Zeug hält.

Die Spielfigur nämlich lebt in einer Welt, in der nur Erdäpfel aus dem Boden sprießen. Weil das auf Dauer eintönig wird, trifft es sich gut, dass eines Tages ein niedlicher Erntegeist erscheint, der uns ein Versprechen gibt: Schaffen wir es durch harte Arbeit am Bauernhof, auch die übrigen Erntegeister zu erwecken, wird eine Götting das karge Erdäpfel-Land auch wieder für alle anderen Pflanzen fruchtbar machen. Das war es aber auch schon mit der Story und Überraschungen gibt es keine.

Ein erkundbares Farming-Game

Ebenfalls nicht ganz der Farming-Norm entspricht das Gameplay. Die eigene Farm kann nämlich dank eines netten Wissenschaftlers auf Hosentaschengröße verkleinert, mitgenommen und an einem anderen Platz in der Spielwelt wieder aufgebaut werden. Richtig gelesen, das Spiel bietet eine große und erkundbare Welt mit verschiedenen Dörfern und auch Klimazonen, die auch für jeweils andere Sorten beim angebauten Gemüse sorgen.

Der jeweilige Standort kann dabei auf mehreren Wegen gewechselt werden. Rennt man einfach mit der Spielfigur zum gewünschten Ort, dauert das zwar lange und leert auch anständig die vorhandene Ausdauer-Leiste der Spielfigur, dafür lassen sich am Weg jede Menge Gratis-Samen zum Anbau einstreifen. Schneller geht es per Pferd von der eigenen Farm – oder gleich per Schnellreise mit einer Teleportation zum gewünschten Ort in der Spielwelt.

Nette und schlaue Gameplay-Dreingaben

Grafisch bietet das Spiel keine beeindruckenden Details oder Hochglanz-Kulissen, die Abwechslung ist aber dennoch nett geraten: Mal stapft man durch Schnee- und Eiswelten, mal durch eine Vulkangegend und immer wieder durch satte Wiesen und Wälder. Dass dabei das jeweilige Gemüse ebenfalls von der Landschaft abhängig ist, gefällt – Eis-Mais gefällig? Auch in anderen Bereichen sind Tätigkeit nicht nur der Tätigkeit Willen da, sondern logisch umgesetzt worden.

So kann die Ernte in der Küche zu Speisen verarbeitet werden, die dann wiederum beim Verzehr die Ausdauerleiste der Spielfigur auffüllen oder in eisigen Umgebungen Wärme spenden. Das ist nicht nur eine nette Zugabe, sondern in vielen Situationen sind die Rezepte entscheidend, um im Spiel überhaupt voranzukommen. Gameplay-Grundlage ist aber wieder das typische Farming-Konzept: Felder anlegen und umgraben, Saat ausbringen, düngen und Ernte einfahren.

Viel zu lange Tutorials nerven

Bei der Steuerung wird man kaum überfordert. Zwar erfordert so gut wie jede Tätigkeit ein anderes Werkzeug aus dem Inventar, fast alle werden aber nur mit einer einzigen Switch-Taste eingesetzt und meist das benötigte Werkzeug automatisch ausgelöst, je nach dem ob man gerade vor einem Acker-Feld oder einer anderen Aktivität steht. Umso mehr verwundert, wie sehr das Spiel den Spieler teilweise an der Hand nimmt: Gefühlt minutenlang werden selbst simple Schritte immer wieder erklärt, bis man es nicht mehr hören kann.

Dafür lässt es "Harvest Moon: Eine Welt" an anderen Möglichkeiten nicht mangeln – auch wenn sie teilweise sehr eingeschränkt nutzbar sind. Es kann geheiratet werden, die eigene Spielfigur kann mit wenigen Personalisierungsoptionen versehen werden, es sind viele Nebenfiguren vorhanden und sie haben manchmal auch kleine Aufgaben abseits des typischen Farmlebens im Gepäck. Schade: Musikalisch dreht man bald ab, denn der nicht sonderlich gute Sound wiederholt sich in Dauerschleife.

Nichts Besonderes, aber entspannend

"Harvest Moon: Eine Welt" macht nichts Besonders und auch nichts besonders gut. Technisch gibt es bei Grafik und Musik noch Nachholbedarf, bei den Tipps und Tutorials hätte es dafür ein bisschen weniger sein dürfen und dazwischen blitzen immer wieder nette Mechaniken wie Neben-Quests und das Reisen durch die Spiel-Welt auf, deren Möglichkeiten dann aber nicht konsequent genutzt werden. Schlecht ist das Spiel deswegen aber noch lange nicht.

Im Gegenteil, wer sich durch die ersten paar Stunden des Titels gespielt hat, erlebt ein entspannendes Abenteuer, das auch über weite Strecken seinen typischen Farming-Sog entfaltet. Dabei drängt das Spiel allerdings nicht dazu, stundenlang und ständig auf der Switch zu ackern, sondern eher, es mal immer wieder zur Hand zu nehmen, wenn man so richtig entspannen und abschalten will. In einer stressigen Zeit kommt "Harvest Moon: Eine Welt" da gerade recht.

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