Ukraine

"Hasse mein Land" – Russische Soldaten toben über Krieg

Der Ukraine-Krieg scheint nicht nur für ukrainische Truppen belastend zu sein. Ein Gespräch zwischen russischen Soldaten macht aktuell die Runde.
Nicolas Kubrak
26.03.2022, 17:28

Russische Soldaten, die in der Nähe des Kernkraftwerks Tschernobyl stationiert sind, haben den Befehl erhalten, sich in einer der am stärksten verstrahlten Zonen in der gesamten Sperrzone aufzuhalten, wie aus Gesprächen hervorgeht, die der ukrainische Sicherheitsdienst abgehört hat. Oleksandr Syrota, Leiter des Aufsichtsrates der staatlichen Agentur der Ukraine für die Verwaltung der Sperrzone, war der erste, der diese Information veröffentlichte. Er berichtete in den sozialen Medien, dass russische Soldaten den Befehl erhalten hätten, im "Roten Wald" zu graben, einem der am stärksten verstrahlten Orte in der Zone. "Ich wünsche ihnen von ganzem Herzen - grabt tiefer, sitzt länger!" - schrieb Syrota.

Alle aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg findest du im LIVE-Ticker >>>

"Ich hasse mein Land"

Der ukrainische Sicherheitsdienst hörte auch ein Gespräch zwischen Soldaten ab, die den Befehl erhalten hatten, im Roten Wald stationiert zu werden. Die Soldaten machten keinen Hehl daraus, dass sie wütend auf ihre Befehlshaber waren, die sie in eine Strahlungsfalle gebracht hatten. "Stell dir sich vor, wir standen 2 Wochen lang unter diesem Tschernobyl und wurden alle in die Schlacht geworfen. S****ß H***n, ich hasse mein Land, verdammt noch mal", sagt ein Soldat in den Aufnahmen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Der Rote Wald

Der sogenannte Rote Wald ist ein Gebiet in der Nähe des Kernkraftwerks Tschernobyl, das während der Katastrophe von 1986 eine enorme Strahlendosis abbekommen hat. Die Wolke aus radioaktivem Staub führte zum sofortigen Absterben der Bäume, und der Boden wurde dauerhaft verseucht.

Die russischen Truppen haben am ersten Tag der Invasion auf die Ukraine das stillgelegte Kernkraftwerk Tschernobyl beschlagnahmt. Die ukrainischen Behörden seien nicht in der Lage zu sagen, wann die derzeitige Schicht abgelöst werden kann, so die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Freitag.

Schichtwechsel nach über drei Wochen

Es sei unklar, wann das Personal des Kraftwerks ausgetauscht werden kann, da in der Stadt Slavutych, in der die meisten Mitarbeiter des Kraftwerks leben, weiterhin gekämpft wird, schrieb die IAEA in einer Mitteilung unter Berufung auf Informationen der ukrainischen Regierung.

Die Mitarbeiter, die derzeit im Kraftwerk arbeiten, haben vergangenen Sonntag ein Team abgelöst, das dort seit mehr als drei Wochen festgehalten wurde, seit russische Truppe am ersten Tag der Invasion am 24. Februar das Atomkraftwerk erobert haben.