Hasselhoff kam, sang und machte Wien glücklich

Der mittlerweile 65-jährige Kult-Star wurde von mehr als 4.000 Fans frenetisch gefeiert.
Ein Konzert von David Hasselhoff lässt sich eigentlich schwer in Worte fassen. Die emotionale Energie, die dabei freigesetzt wird, muss man selber miterlebt haben, um sie zu verstehen. Kaum ein anderer Künstler schafft es bei seinen Konzerten, ein derart bunt durchgemischtes Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Volltätowierte Death Metal-Fans stehen mit älteren Schlager-Connaisseuren vor der Bühne, daneben ein junges Pärchen, die man sonst eher auf einem Wanda-Konzert treffen würde. Und sie alle sind hier, um gemeinsam mit der lebenden Legende eine Party zu feiern.

David Hasselhoff - Looking For Freedom

David Hasselhoff im Gasometer
David Hasselhoff im Gasometer


CommentCreated with Sketch.10 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Aber der Reihe nach. Den Grund liefert David Hasselhoff mit seinem Kult-Album "Looking For Freedom", das heuer 30-jähriges Jubiläum feiert. Der Legende nach brachte das musikalische Meisterwerk die Berliner Mauer und damit den gesamten Eisernen Vorhang im Alleingang zum Einsturz.

Schon am Eingangsbereich begrüßte ein originalgetreuer Nachbau des sprechenden Autos K.I.T.T. die eintreffenden Konzertbesucher. Viele nutzten die sich bietenden Gelegenheit für Selfies mit dem schwarzen Pontiac Tran Am.

Sprechchöre vor Konzertbeginn

Mit ein paar Minuten Verspätung stand der Mann, wegen dem das Gasometer aus allen Nähten platzte, dann kurz nach acht Uhr auf der Bühne. Schon zuvor wurde mit "David, David" oder "Hasselhoff, Hasselhoff"-Sprechchören nach dem Star des Abends verlangt. Nach einem kurzen Intro, das alle Stücke seiner Karriere in wenigen Augenblicken revue passieren ließ, stieg man gleich mit Vollgas ein. Unterstützt von einer kompletten Liveband samt Background-Sängerinnen wurde das volle Programm geboten.

Im ersten von zwei Showblöcken durften sich die mehr als 4.000 Fans mit "Jump In My Car", "Night Rocker", "Hooked On A Feeling" und "True Survivor" über einige Asse aus dem ledernen Ärmel von The Hoff freuen. Zu Beginn wirkte der Meister noch etwas hölzern und steif, doch die Liebe, die ihm das Wiener Publikum entgegenbrachte, ließ ihn immer weiter auftauen.

Nach knapp 50 Minuten Programm verabschiedete sich David Hasselhoff erstmal in eine Pause. Die variierte je nach Auftrittsort zwischen zehn Minuten und einer halben Stunde. In Wien durfte er sich etwas mehr verausgabt haben, denn erst nach dreißig Minuten ging es weiter.

Bodyguard-Bad in der Menge

Und zwar hautnah. Umringt von Bodyguards spazierte The Hoff den Titel "This Is The Moment" singend vom hinteren Ende der Halle durch die Menge auf die Bühne. Sofort hatte er die Menge damit wieder in der Hand. Dann ging es Schlag auf Schlag, Gefangene wurden keine mehr gemacht. "Flying On The Wings Of Tenderness" wurde mit kollektivem Mitsingen goutiert, bei dem laut Hasselhoff besten Liebeslied aller Zeiten "If You Could Read My Mind" lag man sich dahinschmelzend in den Armen.

Nach "Gypsy Girl" setzte The Hoff zum Dreifach-Coverblock an. Speziell der John Denver-Klassiker "Take Me Home, Country Roads" wurde von den Fans im Gasometer abgefeiert. Bei "After Manana Mi Ciello" wurde kollektiv geschunkelt. Ohne, dass sich dabei auch nur irgendjemand blöd vorgekommen ist.

Mit dem "Baywatch"-Titelsong "I'm Always Here" sowie den beiden Hoffschen Welthits "Crazy For You" und "Limbo Dance" verabschiedete sich Hasselhoff dann mit einem wahren Feuerwerk von der Bühne.

Großartiger Zugabenblock

Doch das Publikum hatte noch nicht genug und holte ihn mit minutenlangem Geklatsche und "Zugabe"-Rufen wieder ins Rampenlicht. Mit "Wir zwei allein" startete der Zugabenblock gleich mit dem größten Gänsehautmoment des Abends. Nicht wenigen sonst hartgesottenen Typen hing dabei die eine oder andere Träne der Rührung im Augenwinkel.

Bevor es schließlich zum großen Finale kam, wurde noch die aktuelle Single von Hasselhoff präsentiert, die seit einigen Tagen auf dem Markt ist. Dafür coverte er, teilweise auch auf deutsch, den Hit "Heroes" von David Bowie. Für viele möglicherweise ein Sakrileg, doch The Hoff ist über jeden Zweifel erhaben.

Zum Abschluss wurde die Partymeute mit "Looking For Freedom" verschwitzt und glücklich in die laue Mainacht gesungen. Das Phänomen David Hasselhoff, speziell im deutschsprachigen Raum, lässt sich auch weiterhin schwer in Worte fassen.

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