Junge Muslimin mitten in Wien wüst beschimpft

Ein Video, das an einer Bim-Station in Wien aufgenommen wurde, sorgt für Empörung im Netz.

Die Aufnahmen zeigen, wie eine Frau eine andere an einer Straßenbahn-Station in Wien rassistisch beschimpft und beleidigt, letztlich gar anspuckt.

Geteilt wurde der verstörende Clip am Samstagabend von Asma Aiad – jener Frau, die schon vor einigen Monaten mit einem Video über rassistische Beleidigung am Flughafen Wien für Schlagzeilen gesorgt hat.

"Asma, das ist mir gerade eben passiert. Ich zittere so sehr vor Angst" – mit diesen Worten habe sich ihre Freundin an sie gewandt. "Du Hure, du Tier, du Schwein, du Hund! Die FPÖ haut euch alle raus!", schreit die Frau sie darin an.

"Die sprachliche Aggressivität mündet in einer Tat. Meine Freundin bleibt tapfer, immer wieder sagt sie: 'Dieses Land ist auch mein Land!' Ja, dieses Land ist auch unser Land. Und dieses Land hat ein Problem, das sich Rassismus nennt und das angegangen werden muss", schreibt Asma.

Immer mehr User sind von Hasspostings betroffen und suchen professionellen Rat und Unterstützung. Die von ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) betriebene Beratungsstelle #GegenHassimNetz hilft gegen Hass und Hetze im Internet vorzugehen.

Juristisch und psychosozial geschulte MitarbeiterInnen der Stelle bieten kostenlose Unterstützung für Betroffene und ZeugInnen von Hasskommentaren, Beschimpfungen, Cyber Mobbing und anderen Formen von psychischer und verbaler Gewalt im Netz an.

Antimuslimischer Rassismus alltäglich

Tröstend sei, dass einige Leute in diesem Fall Zivilcourage gezeigt hätten, "zu ihr gestanden sind und sie nach dem Vorfall getröstet haben."

Faktum sei dennoch, dass antimuslimischer Rassismus mittlerweile am Tagesprogramm stünde. "Gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus muss bewusst was gemacht werden", fordert Asma für sich und alle anderen Betroffenen.

Lesen Sie dazu: Rassismus-Meldungen explodierten 2018

(ek)

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