Hatz: "Savicevic war der Beste von allen"

Michael Hatz (l.) erinnert sich.
Michael Hatz (l.) erinnert sich.GEPA
Vor 25 Jahren zog Rapid ins Europacup-Finale ein. Michael Hatz war dabei, verfasste ein Buch über die erfolgreiche Zeit.

Meister, Cupsieg, Europacupfinale: Michael Hatz räumte mit Rapid groß ab. In seinem Buch "Mit Leidenschaft zum Lebenstraum" blickt er jetzt zurück. Mit "Heute" spricht der 50-jährige Ex-Teamspieler über seine "Weltklasse"-Kollegen, die Unterschiede zwischen Dokupil und Krankl, die Genialität von Savicevic und Rapids aktuelle Durststrecke.

"Heute": Vor 25 Jahren standen Sie mit Rapid im Europacupfinale, jetzt schreiben Sie ein Buch darüber. Was war das Besondere an der Mannschaft?

Michael Hatz: "Wir waren eine komplett verrückte Truppe, Nationalspieler, Weltklassekicker – Ivanov, Kühbauer, Barisic, Jancker, Konsel, Stöger, Schöttel war mein Zimmerkollege – alle sehr spezielle Typen, die werden heute immer weniger. Es gab Konflikte, Reibereien, es war pures Dynamit. Ivanov hat nicht viel gesprochen, gab nur ganz knappe Kommandos."

Und Sie mittendrin …

"Ich war kein Zauberer, habe aber mit Disziplin und Kampfgeist meinen Teil zum Erfolg beigetragen. Ich war als Fan schon auf der Pfarrwiese, später im Hanappi-Stadion. Ich bin ein Rapidler mit Leib und Seele."

Trainer war Ernst Dokupil …

"Er hat Spaß und Lockerheit in das Team gebracht. 'Eine verunsicherte Mannschaft traut sich nichts', sagte er immer. Und er hatte extreme Menschenkenntnis, ein gutes Gefühl für die Zusammenstellung des Kaders. Ivanov war berüchtigt, Stöger ein Austrianer, Jancker wurde belächelt – am Ende hat es funktioniert."

Der ganz große Wurf, der Europacupsieg, gelang nicht …

"Paris war damals ein großes Kaliber, hat uns nicht unterschätzt. Und wir waren in diesem Finale von unserer Top-Leistung weit entfernt."

Ab sofort erhältlich: das Buch von Michi Hatz
Ab sofort erhältlich: das Buch von Michi Hatzechomedia

Ihr Debüt gaben Sie unter Hans Krankl. Wie tickte er?

"Er war charismatisch, ein Siegertyp, etwas anderes wollte er nicht akzeptieren. Er hatte wohl am meisten von allen damit zu kämpfen, dass die Erfolge ausblieben."

Wer war Ihr bester Mitspieler?

"Ganz klar Dejan Savicevic! Er hatte Sensoren für die Gegner, man hätte ihn auch mit verbundenen Augen spielen lassen können. Sein Spitzname aus Italien war 'Il Genio' – wer mit ihm kickte, wusste warum."

Der letzte Rapid-Titel liegt 13 Jahre zurück. Woran liegt das?

"Das ist sicher nicht der Anspruch. Es wurden zwischenzeitlich auf Personalebene viele Fehler gemacht, die tun weh. Aber mit Barisic und Kühbauer stimmt die sportliche Richtung wieder. Und dann ist da noch Salzburg, die nicht nur Geld haben, sondern auch richtig gut arbeiten."

Interview: Klaus Pfeiffer

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