Nachdem die mächtigen Landeschefs Pröll (NÖ) und Pühringer (OÖ) abgedankt haben, hätten Kritiker den Wiener Bürgermeister am liebsten als Dritten im Bunde gesehen. Michael Häupl wollte von Rücktritt zuletzt aber nichts wissen. Und Häupl stellte fest: "Ich bin Parteivorsitzender und Bürgermeister."
Nachdem die mächtigen Landeschefs Pröll (NÖ) und Pühringer (OÖ) abgedankt haben, hätten Kritiker den Wiener Bürgermeister am liebsten als Dritten im Bunde gesehen. Michael Häupl wollte von Rücktritt am Mittwoch aber nichts wissen. Und vor Medien stellte er fest: "Ich bin Parteivorsitzender und Bürgermeister."
Um 14 Uhr fand ein Gespräch im Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig statt. Mit dabei: Gemeinderätin Martina Ludwig-Faymann, Nationalrat Josef Cap, Nationalratspräsidentin Doris Bures, Michael Ludwig, Gemeinderatsvorsitzender Ernst Woller, SP-Räte aus den großen Flächenbezirken und Häupl. Um 16.20 Uhr - 20 Minuten später als erwartet - trat Häupl aus Ludwigs Büro, sofort von den wartenden Journalisten umlagert. Von dort ging es ins Wiener Rathaus.
Seine ersten Worte: "Ich bin Parteivorsitzender und Bürgermeister."
Und der Bürgermeister weiter: "Es war ein sehr gutes Gespräch mit einem Teil der Wiener SPÖ, aus meiner Sicht auch ein sehr respektvolles Gespräch. Das Gespräch ist noch nicht beendet, in einem Monat gibt es eine Fortsetzung, um das zu erreichen, was wir gemeinsam alle wollen. Wir wollen die Partei so aufstellen, dass wir für alles, was kommt, bestmöglich schlagen können. Das kann nur eine geeinte Partei." Das bedeutet: In der Perspektivenkomission werden die Gespräche fortgesetzt.
Er habe deutlich gemacht, dass er am 29. April als Parteichef antreten werde. Und der Bürgermeister gestand ein: "Es gab einen Vorschlag für eine Ämtertrennung. Aber wenn ich die Aufgabe erfüllen soll, die ich hier zu erfüllen habe, insbesondere für die Nationalratswahl, dann ist das klar, dass eine Ämtertrennung vor der Nationalratswahl nicht in Frage kommt."
Ob es danach nötig sei, werde man sehen. Und: Rund 90 Prozent der Partei wolle keinen Konflikt. Man wolle sich nicht dauernd mit sich selbst beschäftigen.
Auch, ob Ludwig sich um das Bürgermeister-Amt bemühen werde, könne Häupl nicht beantworten. Auf die Frage, ob er jetzt gewonnen hat, antwortete der Bürgermeister, dass es um ein gemeinsames Bemühen gehe, um einen gemeinsamen Beitrag, eine gute Leistung für die Nationalratswahl abzuliefern. Er wolle nicht über Sieger oder Verlierer sprechen. "Das Ziel ist für alle gleich. An einem innerparteilichen Konsens arbeiten wir noch."