Häupl zu Getreidemarkt: Streicht er den Radweg?

Getreidemarkt: Das ist geplant. Laut Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) werde man sich die Oberflächengestaltung noch einmal anschauen.
Getreidemarkt: Das ist geplant. Laut Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) werde man sich die Oberflächengestaltung noch einmal anschauen.Bild: ZoomVP

Der Umbau des Getreidemarkts ist umstritten. Nun sagte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), er könne sich vorstellen, dass die Pläne geändert werden.

Wie bitte? Im Vorfeld gab es riesen Proteste. Seit Mittwoch vergangener Woche wird der Getreidemarkt umgebaut. Ein Radweglückenschluss zwischen Mariahilfer Straße und Lehargasse ist geplant. Und jetzt sagte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zum Thema überraschend, er könne sich vorstellen, dass die Umbaupläne noch geändert werden, so wien.orf.at.

Autofahrer zu triezen sei nicht in seinem Sinn, so Häupl am Montag am Rande eines Verkehrsgipfels mit der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in Wien.

Häupl: "Schauen uns das noch einmal an"

"Ganz einfach, wir schauen uns das noch einmal an. Die Oberflächengestaltung ist etwas, was ohnehin erst in ein paar Wochen virulent wird", sagte Häupl zum ORF.

Die Pläne von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) sind für den Stadtchef scheinbar nicht in Stein gemeißelt. Allerdings hat der Umbau ja bereits begonnen. "Das Projekt am Getreidemarkt entschärft eine der gefährlichsten Stellen im Wiener Radverkehrsnetz und sorgt für Verkehrssicherheit für tausende Radlerinnen und Radler. Es geht hier darum, tödliche Unfälle und schwere Verletzungen zu vermeiden. Deshalb wurde das Projekt bereits im März mit den Stimmen von SPÖ und Grünen beschlossen. Und: Es befindet sich bereits in Bau", heißt es aus dem Büro Vassilakou.

ÖAMTC: G'spür für die Wiener

Beifall bekam Häupl vom ÖAMTC. Eine Lösung für Rad- und Autofahrer erscheine nach den Bürgermeister-Aussagen möglich, so der Verkehrsclub in einer Aussendung. Der ÖAMTC macht online mit einer Unterschriftenliste gegen den Wegfall einer Fahrspur mobil (www.staunachplan.at). 4.200 Wiener haben schon unterschrieben.

"Wir stehen jederzeit bereit, dem Bürgermeister die Probleme des aktuellen Vorschlages der Verkehrsstadträtin zu erläutern und nachzuweisen, dass man für die Errichtung eines sicheren Radweges nicht willkürlich Fahrspuren streichen muss. Die Aussage des Bürgermeisters zeigt, dass er sein G'spür für die Probleme der Wienerinnen und Wiener nicht verloren hat", so ÖAMTC-Interessenvertreter Bernhard Wiesinger.

ÖVP und FPÖ erfreut

Auch die Opposition applaudiert. ÖVP-Wien-Chef Gernot Blümel zeigt sich erfreut über den "Augenblick der Vernunft und hofft, dass diese auch auf den grünen Koalitionspartner übertragen werden kann." Auch die FPÖ ist "außer sich vor Freude".

Außerdem bittet Blümel bei einem anderen Verkehrsprojekt um Häupls Unterstützung: "Gleichzeitig bitten wir ihn, auch die geplanten Maßnahmen an der Roßauer Lände seinem kritischen Blick zu unterziehen. Denn dort droht der nächste Verkehrs-Staupunkt mit mutwilliger Vernichtung einer Fahrspur – obwohl ein Radweg am Donaukanal vorhanden ist."

(gem)

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