Haus geschenkt, jetzt tritt Asfinag-Chef zurück

Der ehemalige Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl, hier auf einem Archivbild.
Der ehemalige Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl, hier auf einem Archivbild.Bild: picturedesk.com
Asfinag-Chef Klaus Schierhackl räumt freiwillig seinen Posten, nachdem es Aufregung um ein ihm geschenktes Haus gegeben hatte.
Die Büros der Asfinag in der Wiener Innenstadt gehören einer Stiftung. Die Stifterin hat dem Chef der Asfinag, Klaus Schierhackl, im Jahr 2015 ein Haus im Wert von 1,3 Millionen Euro geschenkt.

Für Schierhackl ist dabei alles in Ordnung, dennoch tritt er mit 31. Jänner zurück. Der Aufsichtsrat hat seinem Wunsch, das Unternehmen zu verlassen, zugestimmt. Schierhackl arbeitete seit 20 Jahren für die Asfinag, seit 2007 saß er im Vorstand.

Zwei Vorwürfe



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Zwei Vorwürfe sind in den letzten Monaten gegen ihn aufgekommen. Zum einen soll er eine Mitarbeiterin mit untergriffigen Bemerkungen sexuell belästigt haben, zum anderen ließ er sich ein Haus in Niederösterreich schenken.

Vor zwei Zeugen soll Schierhackl im Mai 2014 gegenüber einer Mitarbeiterin untergriffige Aussagen getätigt und sie so sexuell belästigt haben. Er bestreitet das.

"Das ist meine Privatsache"



Den Vorwurf mit dem Haus bestreitet er nicht: "Sie hat mir das Haus geschenkt, aber das ist meine Privatsache", sagte er dazu. Er habe mit der Frau, die in dem Haus ein Wohnrecht auf Lebenszeit hat, ein freundschaftliches Verhältnis.

Dieses sei später sogar "familiär" geworden. Man habe Weihnachten miteinander gefeiert, sie sei wie eine Schwester für ihn und wie eine Oma für seinen Sohn, schilderte er.

Außerdem habe er das Naheverhäktnis intern gegenüber dem damaligen Aufsichtsratspräsidenten offengelegt und mittels einem Aktenvermerk im Jahr 2013 protokolliert.

Asfinag ohne Chef



Die Asfinag ist nun komplett ohne Chef. Interimistisch leitet Gabriele Csoklich das Unternehmen, ein Ersatz für den zweiten Vorstandsposten von Karin Zipperer soll ab 1. Februar feststehen.

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) bedauert die Aufregung um Schierhackl: "Die letzten Monate mit den auch öffentlich gewordenen Diskussionen rund um Vorstandsdirektor Dr. Klaus Schierhackl waren eine große Herausforderung", wird er zitiert. "Ich bedanke mich beim Aufsichtsrat für das besonnene Handeln. Die Asfinag ist eines der bedeutendsten Infrastrukturunternehmen des Landes." (red)

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