Seit Langem andauernde Bauarbeiten am Haus waren der Grund, warum wohl nicht gleich alle Alarmglocken läuteten, als Mieter des Hauses in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus einen merkwürdigen Geruch wahrnahmen. Am Abend des 2. Dezember soll eine Partei im Haus den Vermieter über den Gestank informiert haben, erzählt man "Heute" auf Anfrage. Der Notruf wurde erst am Vormittag des 3. Dezember abgesetzt. Was folgte, war ein Großeinsatz der Wiener Feuerwehr, der acht Stunden andauerte. Auf der Straße tummelten sich haufenweise Schaulustige. Ursache für den Einsatz war – wie man nach Eintreffen der Feuerwehr feststellen konnte – ein Brand in der Dehnfuge zwischen zwei Gebäuden. Ausgelöst durch einen Schlampigkeitsfehler auf der Baustelle.
Nach dem "Brand Aus" der Feuerwehr ging für einige Mieter des Hauses die wirkliche Katastrophe erst los. Ihre Wohnungen seien de facto unbewohnbar, sie müssten nun schleunigst ausziehen, erzählen mehrere Bewohner des Hauses im 15. Bezirk im Gespräch mit "Heute". Diese wollen anonym bleiben – das Verhältnis mit dem Vermieter sei ohnehin bereits angespannt. Dem Brand voraus sollen nämlich Jahre an Bauarbeiten und Lärmbelästigung gegangen sein. Man sei bereits in Gesprächen über eine Mietreduktion gewesen, da die Wohnsituation besonders in Zeiten einer Pandemie mit vermehrtem Aufkommen von Home Office immer weniger zumutbar erschien. Die Hausparteien erzählen uns von Wasserschäden, schweren Stemmarbeiten, die bereits Jahre andauern würden. Nachdem Anfang des Jahres im Keller des Hauses ein tragendes Gewölbe einstürzte, sind in vielen Wohnungen Risse entstanden. Jetzt müssen einige Bewohner aus ihren Wohnungen vorübergehend ausziehen, bis diese saniert sind – darin gipfelte das jahrelange Leben auf einer Baustelle.
Im Lockdown auf die Schnelle eine neue Wohnung zu finden ist eine ganz eigene Herausforderung. Aber, wer zahlt die überhaupt, wenn man sie erstmal gefunden hat? Darüber streitet man nun im Haus. Von einer Mieterin erfahren wir, ihr wurde angeboten, im Jänner und Februar keine Miete bezahlen zu müssen. Aber ist das eine Entschädigung? Schließlich kann sie ihre Wohnung in den beiden Monaten ohnehin nicht bewohnen. Auf Nachfrage beim Vermieter soll es geheißen haben, sie möge doch ihre Haushaltsversicherung konsultieren. Weihnachten zuhause wird es für mehrere Parteien dieses Hauses keines geben.
"Heute" hat den Vermieter im Vorfeld der Berichterstattung (am Mittwoch) kontaktiert. Eine Antwort auf die von "Heute" gestellten Fragen steht bisher aus. Ein Schreiben des Rechtsanwalts des Vermieters an "Heute" enthielt ebenfalls keine der Informationen zum Sachverhalt, die von uns angefragt wurden. Der Rechtsanwalt untersagte in dem E-Mail an "Heute" außerdem, über diese Korrespondenz zu berichten. Auf Nachfrage bei der Polizei und bei der Feuerwehr hieß es: "Laufende Ermittlungen, kein Kommentar".