Im Gegensatz zu Wien „läuft das in Niederösterreich nur sehr langsam und chaotisch an“, kritisiert die Hausärztin.
Die Ärztekammer habe an die rund 7.900 niedergelassenen Ärzte in NÖ eine schlichte Excell-Tabelle mit 81 Impfordinationen gemailt, mit der Aufforderung, man möge sich per Mail bei einer der Ordinationen einen Impftermin vereinbaren: „Es schreiben nun also 7.900 Ärzte in NÖ Terminanfragen und bekommen Absagen, schreiben daher weitere Mails und erhalten weitere Absagen. Hochgerechnet wurden vielleicht 30.000 Mails versandt ohne dass ein Impf-Termin vereinbart werden konnte.“
Sie hätte sich gewünscht, die niedergelassenen Ärzte gleich mit den Pflegeheimen durchzuimpfen.
Die Impfdosen seien derzeit knapp, heißt es seitens von Notruf NÖ, jedoch: „Die Aktion ,Ärzte impfen Ärzte‘ organisiert die Ärzteschaft bzw. die Ärztekammer bezirksweise selbst. Diese hat auch festgelegt, dass nicht nur priorisierte Gruppen, sondern sich alle zur Impfung anmelden können.“
"Wir sind dann ab der Aktion 80+ involviert." Das erfolge ab dieser Woche. "Die Impfungen in diese ersten Phase sind für Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie I vorgesehen. Jene, die besonders hohem Risiko ausgesetzt sind. Eben Mitarbeiter_innen in Notaufnahmen, jene, die medizinische Betreuung von COVID-19-Patientinnen und Patienten, Rettungsdienst, testendes Personal, Beschäftigte aus Bereichen in denen infektionsrelevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden, z.B. Abstrichnahme, Bronchoskopie, zahnärztliche Tätigkeit, HNO- ärztliche Tätigkeit, Personal in Labors mit Verarbeitung von COVID-19-Proben etc. Das bedeutet, dass vorrangig niedergelassene Ärzte, welche dann in den nächsten Wochen die Impfungen der nächsten Bevölkerungsgruppe durchführen möchten, geimpft werden, als auch Zahnärzte, HNO- und Lungenfachärzte", erklärt ein Notruf NÖ-Sprecher.
Die Anzahl der Ordinationen bzw. Impfstellen, welche in dieser frühen ersten Phase Impfungen durchführen können, ergebe sich aus der verfügbaren Menge, des welt- und europaweit knappen Impfstoff: "Um eine Impfstelle optimal betrieben zu können, muss eine Mindestzahl an Impfungen durchgeführt werden, den sonst besteht die Gefahr, dass nicht alle Dosen verwendet werden können. Das gibt der Impfstoff (Anm.: vor allem beim Biontech/Pfizer-Impfstoff) aufgrund seiner Eigenschaften vor."
Eine Sprecherin der Ärztekammer NÖ betont: "Die Medizinerin kann sich bitte gerne an uns wenden. Der Impfplan ist mit Notruf NÖ akkordiert. Seit Montag wird bei den niedergelassenen Ärzten in NÖ geimpft." Bisher seien ihr keine Beschwerden bekannt.