Nur wenige Tage nachdem der Widerspruch zur elektronischen Gesundheitsakte gesetzlich möglich wurde, hat die gesamte Spitze des Österreichischen Hausärzteverbandes ihren Austritt aus ELGA eingereicht. Den Patienten wird angesichts der prekären Datenschutzlage dringend geraten, dem Beispiel zu folgen.
Nur wenige Tage nachdem der Widerspruch zur gesetzlich möglich wurde, hat die gesamte Spitze des Österreichischen Hausärzteverbandes ihren Austritt aus ELGA eingereicht. Den Patienten wird angesichts der prekären Datenschutzlage dringend geraten, dem Beispiel zu folgen.
Der Präsident des Verbandes, Christian Euler, forderte am Donnerstag in einer Pressekonferenz die Versicherten auf, von der seit Jahresbeginn bestehenden Möglichkeit des Austritts aus dem ELGA-System unverzüglich Gebrauch zu machen. Der Hausärzteverband startet eine Plakat- und Flugblätter-Kampagne für eine Abmeldung der Patienten von der ELGA.
Schweigepflicht gefährdet
Begründung: Das System sei völlig unausgereift, Datenmissbrauch und eine Kostenexplosion seien zu erwarten, und es handle sich um ein Bürokratie-Monster ohne Notwendigkeit. Nach Eulers Meinung könnten die Ärzte die Vertraulichkeit der Patientendaten nicht mehr garantieren. Sie müssten die Patientendaten für die Einschau Dritter offen halten, behauptete er. Die ärztliche Schweigepflicht wäre damit Geschichte. Zu befürchten wäre nicht so sehr Cyber-Kriminalität, sondern der ganz legale Gebrauch der Daten durch Ämter und Behörden, der vom Gesetzgeber jederzeit bedarfsgerecht adaptiert werden könnte, behauptete Euler.
Unterstützt wird der Aufruf der Hausärzte auch vom Obmann der ARGE Daten, Hans Zeger. Er bekenne sich zwar zu einer elektronischen Gesundheitsinformation, ELGA sei aber eine "Mogelpackung", die wie die "Theresianische Kanzleiordnung" organisiert sei.