Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat am Montag eine Hausdurchsuchung in der Kärntner Regionalzentrale der Handelskette Spar in Maria Saal durchgeführt. Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann betonte, man werde "selbstverständlich alles, was gefordert ist, offen legen". Alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien entsprechend instruiert.
Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat am Montag eine Hausdurchsuchung in der Kärntner Regionalzentrale der Handelskette Spar in Maria Saal durchgeführt. Unternehmens- sprecherin Nicole Berkmann betonte, man werde "selbstverständlich alles, was gefordert ist, offen legen". Alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien entsprechend instruiert.
Die BWB ermittelt wegen des Verdachts illegaler Preisabsprachen, vor allem bei Molkereiprodukten, aber auch bei Bier, Kaffee, Mehl und anderen Produkten. Die Untersuchungen laufen schon seit mehreren Monaten, laut BWB gibt es neue Verdachtsmomente. Die Ermittler wurden bei ihrem "Besuch" in der Spar-Zentrale von Beamten der Kärntner Polizei unterstützt. Welche Verdachtsmomente es konkret gibt, darüber halten sich die Ermittler bedeckt.
Anlässlich der heutigen Hausdurchsuchung fordert die Arbeiterkammer erneut strenge Instrumente gegen Marktmachtmissbrauch und Kartelle. "Die im internationalen Vergleich hohe Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel ist höchst problematisch. Wo eine solche Situation gegeben ist, ist der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung oft nicht weit", so Silvia Angelo, Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik in der Arbeiterkammer Wien.
Es brauche "strenge Instrumente, damit Marktmachtmissbrauch und Kartelle nicht mehr attraktiv" seien. Die Arbeiterkammer fordert hohe Bußgelder und die Umkehr der Beweislast, wie sie bereits in Deutschland für den Energiebereich "gut funktioniert". Außerdem sei ein Transparenzpaket für das Wettbewerbsrecht nötig: "Es muss künftig Akteneinsicht geben. Es muss nachvollziehbar werden, welche konkreten Produkte betroffen waren, mit wem die Absprachen stattgefunden haben und es soll Berechnungen zur Schadenshöhe geben", so AK-Ökonomin Angelo.