Am Mittwoch waren erneut Ermittler im Auftrag der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in der Kärntner Landesregierung unterwegs. Dieses Mal ging es dem Vernehmen nach um die Causa Seenkauf. Das Land soll Grundstücke an drei Seen viel zu teuer gekauft haben.
Konkret geht es um den Kauf von Liegenschaften am Maltschacher See, Hafnersee und einer Ferienanlage am Ossiacher See durch eine eigens dafür gegründete Gesellschaft des Landes Kärnten.
Auch in der Kärntner Tourismusholding (KTH) wurden in der Causa Seenkauf am Mittwoch Akten beschlagnahmt. Bei einem Lokalaugenschein der Tourismusholding bestätigte sich das.
Schon am Dienstag beschlagnahmten Korruptionsjäger in der Landesregierung Unterlagen, allerdings in einem anderen Fall um mögliche Scheinrechnungen von einem Medienunternehmer.
Die Ermittlungen leitete die Staatsanwaltschaft im Mai aufgrund eines kritischen Rechnungshof-Berichts ein. Verkäufer waren ÖGB und BAWAG. Der Kaufpreis von 44 Millionen Euro, so heißt es im Rechnungshof-Bericht, war um zehn bis zwölf Millionen Euro zu hoch, und die Maklerprovision lag über dem gesetzlichen Maximum.
Wirtschaftlich gesehen war der Deal auch in der Folge kein Erfolg. Die erwartete Pacht von zwei Millionen Euro jährlich wurde nie eingenommen, sie lag ab 2011 bei 650.000 Euro. Ein Verkaufsversuch 2010 scheiterte. In der Folge mussten fast 29 Millionen Euro außerordentlich abgeschrieben werden.