Vor allem Energieversorger ohne eigene Wasserkraftwerke verdienen sich an Österreichs Haushalten eine goldene Nase. Das zeigt eine Marktuntersuchung der Regulierungsbehörde E-Control.
Seit 2008 sind die Börsenpreise für Strom massiv gesunken. Private Endverbraucher haben davon allerdings kaum etwas bemerkt. Eine von der E-Control per Gerichtsbeschluss erzwungene Herausgabe der Geschäftsunterlagen von 21 Unternehmen belegt nun: Hauptgrund sind die "teils üppigen Margen", die sich Energieversorger gewähren.
Konkret betrug demnach von 2008 bis 2014 die Gewinnspanne im Schnitt 10 Prozent. In Großbritannien etwa gelten laut E-Control- Chef Martin Graf 5 Prozent als "angemessen". Würde man das als Richtwert nehmen, so Graf, "dann hätten die Haushalte in diesen sieben Jahren insgesamt 300 Millionen Euro bzw. 45 Millionen Euro pro Jahr zu viel bezahlt".
Was die Untersuchung noch zeigt: An Industriekunden wurden die gesunkenen Preise großteils voll weitergegeben.