Detektivkosten verrechnet

Hausverwaltung lässt Mieter bespitzeln und dafür zahlen

Die Mieter eines Hauses in Wien-Wieden sind verzweifelt. Schön länger vermuten sie, dass sie rausgeekelt werden sollen. Doch damit nicht genug.

Wien Heute
Hausverwaltung lässt Mieter bespitzeln und dafür zahlen
Die Bewohner dieses Hauses fürchten, rausgeekelt zu werde. Nun schockiert sie eine Hauptmietzinsabrechnung. 
Helmut Graf

"Wir alle lieben dieses Haus, müssen aber hier zusehen wie es verfällt", erzählen die Mieter beim Besuch von "Heute" in der Rienößlgasse im November 2023. Doch das Haus verfällt langsam, Bauaufträge werden nur sehr schleppend umgesetzt. Ein kleiner Teil an Mietern will sich aber nicht rausekeln lassen, geht dafür auch vor Gericht. 

Bespitzelung über Hauptmietzins abgerechnet

Drei Verfahren laufen inzwischen. Dabei kam nun eine Unterlage zu Tage, die eine sehr fragwürdige Aktion des Hausbesitzers gegen die Mieter vermuten lässt. Wie der "Falter" berichtet, befindet sich in der Hauptmietzinsabrechnung 2021 eine merkwürdige Position. "Dedektei" (sic!) steht in dem Dokument, dahinter der Name von zwei Mietern. Die Kosten dafür belaufen sich auf 1.094,40 Euro. 

Der Verdacht liegt nahe, dass die Hausverwaltung die Mieter hat bespitzeln lassen – und sie nun selbst dafür zahlen müssen. "Als wir die Abrechnung gesehen haben, waren wir schockiert, und zwar doppelt – erstens, weil es ein unheimliches Gefühl ist, überwacht zu werden, und zweitens, weil man uns dafür auch noch abkassiert hat", so die Mieter. 

Verfallenes Haus in Wien-Wieden

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    Ein Gründerzeithaus in der Rienößlgasse (Wien-Wieden) wird langsam verfallen gelassen. 
    Ein Gründerzeithaus in der Rienößlgasse (Wien-Wieden) wird langsam verfallen gelassen. 
    Helmut Graf

    Hausbesitzer wollten sich nicht äußern

    Eine der möglicherweise überwachten Mieter hat sich im Zusammenhang mit den Problemen im Haus immer wieder an die Öffentlichkeit gewandt, der zweite ist Rechtsanwalt. Die Hausgemeinschaft vermutet, dass es bei der Überwachung darum gegangen sein könnte, zu prüfen, ob die beiden ihre Wohnungen durchgängig bewohnen. Denn wenn ein Mieter weniger als die Hälfte des Jahres an seiner Adresse ist, kann das ein Kündigungsgrund sein. 

    Doch as war nicht der Fall, wie die beiden bestätigen. "Wir haben leider keine Landhäuser, in die wir uns zurückziehen können", meint eine. Auf "Falter"-Anfrage wollte sich die Hausverwaltung zur möglichen Bespitzelung übrigens nicht äußern. Für die Bewohner gibt es aber zumindest einen kleinen Lichtblick. Am bröckelnden Sockel des Hauses finden nun endlich Sanierungsarbeiten statt. Doch Hof- und Haustür sind noch kaputt, Schimmel und Feuchtigkeit breiten sich weiterhin aus. "Es ist noch viel zu tun", so die Bewohner. 

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