Hedgefonds verdienen an Griechen-Rettung

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Wieder hat die EU einen Top-Plan vergeigt! Anstatt Steuerzahler zu schonen, könnten sich nun Spekulanten über Milliarden aus der Griechenland-Hilfe freuen. Wie es damit weitergehen soll, ist heute Thema eines weiteren Euro-Finanzminister-Treffens.

Der Rettungsfonds EFSF soll jetzt Investoren griechische Staatsanleihen abkaufen. Das sickerte nach einer Vorab-Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister am Wochenende durch. Doch das hätte man vor Monaten viel billiger haben können, denn: Als die EU im Sommer begann, offen über einen solchen Schuldenrückkauf zu diskutieren, deckten sich Hedgefonds wie Greylock Capital, Third Point und Co. blitzartig mit spottbilligen Griechen-Papieren ein.

Diese wurden teils für nur 15 % ihres Nominalwerts angeboten, weil Anleger die Pleite Athens und damit den Total-Verlust für möglich hielten. Heißt: EU und Griechen hätten damals etwa einen an Athen geflossenen Kredit (Anleihe) über 10 Milliarden mit nur 1,5 Milliarden abgelten können. Mittlerweile wären wegen der großen Nachfrage nach den Anleihen 3,5 Milliarden nötig. Gewinn für Spekulanten: 2 Milliarden Euro.

Bei ihrem heutigen Treffen in Brüssel werden die Euro-Finanzminister einen derartigen Deal diskutieren. Ebenfalls Themen sind ein neuer Schuldenerlass sowie die Überweisung weiterer 31,5 Milliarden an Athen.

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