Heftige Debatte um Wehrpflicht für Frauen

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In einem Antrag an den Landtag fordert Team Stronach NÖ-Chef Ernest Gabmann eine Wehrpflicht für Frauen. Gestützt wird der Antrag von der FP. "Wer die Gleichberechtigung von Männern und Frauen will, (...) kann Gleichberechtigung nicht ausgerechnet bei der Landesverteidigung falsch finden", heißt es in dem Schreiben.

In einem Antrag an den Landtag fordert Team Stronach NÖ-Chef Ernest Gabmann eine Wehrpflicht für Frauen. Gestützt wird der Antrag von der FP. "Wer die Gleichberechtigung von Männern und Frauen will, (...) kann Gleichberechtigung nicht ausgerechnet bei der Landesverteidigung falsch finden", heißt es in dem Schreiben.
Für Wirbel in NÖ sorgt derzeit ein gemeinsamer Antrag des Team Stronach und der FP: Nach dem Vorbild Norwegens soll es auch in Österreich eine allgemeine Wehrpflicht geben. "Menschen nicht nach Geschlecht, sondern nach individuellen Talenten, Neigungen und Fähigkeiten einzusetzen, ist klarerweise nicht nur an der Waffe von Vorteil, sondern auch in allen anderen militärischen Bereichen", formulieren es die Abgeordneten in dem Antrag.

Diese Bereiche würden auch das Autofahren und Kochen, die Medizin und das Fliegen, Programmieren und Funken sowie das Latrinenputzen und die Logistik umfassen. "Keine dieser Tätigkeiten brauch ein Y-Chromosom", heißt es in dem Schreiben.

Die beiden Fraktionen fordern die Landesregierung auf, sich beim Verteidigungsministerium für dieses Anliegen stark zu machen.

SP strikt dagegen

Bei der niederösterreichischen SP stößt der Vorschlag auf Ablehnung. Laut SP-Frauensprecherin Christa Vladyka sei aber tatsächlich eine Wehrpflicht für Frauen gegeben: "Nämlich gegen solche FPÖ/TS-Anträge, die mit hinkenden Vergleichen ihre haarsträubenden Thesen hinterfüttern", wettert die Landtagsabgeordnete.

Sie fürchtet mit der allgemeinen Wehrpflicht eine weitere Verschärfung der kritischen Situation um Mindestpensionen: "Anstatt sich für Chancengleichheit einzusetzen, (...) überlegen FPÖ und Team Stronach was Frauen für die Gleichberechtigung noch alles leisten sollen, was sie letztlich im Alter ärmer macht und der Mindestpension noch ein Stück näher bringt."

Weiters sei die Situation von Frauen auch im Kinderbetreuungsbereich unzureichend, was sie oftmals dazu zwinge, lediglich einen Teilzeit-Job annehmen zu können. "Den beiden Fraktionen geht es ausschließlich darum, Frauen in die Abhängigkeit des Mannes zurückzutreiben", ärgert sich die SP-Abgeordnete.

FP wehrt sich

Die FPÖ Niederösterreich verweist als Antwort auf die SP-Kritik auf deren Abmachung mit dem Team Stronach, sich bei Anträgen im Landtag gegenseitig zu unterstützen, um Themen überhaupt auf die Agenda der Sitzungen zu bekommen. "Das haben nun sogar die Dümmsten kapiert, nur einige geistige Nackerpatzerln bei ÖVP & SPÖ hinken hinten nach...", ärgert sich FP-Klubobmann Gottfried Waldhäusl und fügt hinzu: "Wir lehnen die Wehrpflicht für Frauen natürlich ebenfalls strikt ab."

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