Heimische Filmbranche fordert Internetsperren

Österreichische Internetprovider sollen über 1.500 IP-Adressen sowie neun Internetdomains, darunter kino.to, komplett sperren. Dies fordern die Filmfirmen Satel, Wega und Constantin Film in einem Anwaltschreiben, dass der Fachseite heise.de vorliegt.

Begründet wird die Forderung nach Netzsperren von den Unternehmen damit, dass über das Portal kino.to Streamingserver verlinkt seien, die den urheberrechtswidrigen Bezug von Filmen ermöglichen. Alle großen Internetprovider (ISP) des Landes haben ein entsprechendes Anwaltschreiben erhalten. Darin wird auch mit Klagen gedroht, falls der Aufforderung bis heute nicht nachgekommen wird.

In dem Schreiben heißt es außerdem, dass die Betreiber von kino.to nicht belangt werden können, da die .to-Registry nichts über deren Betreiber bekannt gebe und die Server in Russland stehen. Die angeschriebenen ISP wollen der Forderung jedoch nicht nachkommen, da es keine rechtliche Grundlage oder Verpflichtung gibt, den Datenverkehr der Nutzer zu überwachen.

Provider zeigen sich unbeeindruckt

Andreas Wildberger, Generalsekretär des Branchenverbands ISPA erklärte gegenüber heise.de: "Die Filmindustrie macht sich jetzt nicht einmal mehr die Mühe, konkrete Rechtsverletzungen nachzuweisen. Es wird einfach pauschal nach Sperren gerufen, weil jemand vielleicht etwas herunterladen könnte. Warum bekommt [der Autobahnbetreiber] ASFINAG keine Unterlassungsaufforderung? Da könnten Leute im Kofferraum rechtswidrige DVD-Kopien transportieren."

Nach der Forderung - und Einführung - einer Urheberrechtsabgabe für Festplatten seit dem 1. Oktober sei dies der zweite Angriff der Musik- und Filmindustrie auf die IT-Branche. Anstatt sich neu zu orientieren, versuchten die Rechteinhaber überholte Geschäftsmodelle einzuzementieren, kritisierte Wildberger.

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