Wir haben im Schnitt 29 Alkohol-Räusche pro Jahr

Mit ihrem Alkoholkonsum halten die Österreicher zwar nicht den Weltrekord, Spitzenreiter sind wir aber beim Bereuen. Die 7 spannendsten Erkenntnisse aus dem Global Drug Survey
Die Global Drug Survey hat das Ziel, den Drogenkonsum sicherer zu machen. Deswegen werden weltweit Tausende Konsumenten über ihre Gewohnheiten und Hintergründe befragt. 124.000 Menschen nahmen 2018 an der weltgrößten Umfrage teil, die auch detaillierte Ergebnisse für Österreich abliefert. Denn auch hierzulande haben rund 2.500 Personen teilgenommen.

Die spannendsten Ergebnisse:



Demnach ist in Österreich Alkohol vor Cannabis federführend, Zigaretten, Kokain, LSD und Co. folgen mit Abstand. Neun von zehn Österreichern haben innerhalb eines Jahres Alkohol getrunken, wobei es 29 Mal im Jahr zu einem Rausch, also einer starken Alkoholisierung gekommen ist. Kurios dabei: Zwar trinken etwa die Briten weit mehr über den Durst (51 Räusche), die Österreicher bereuen aber ihre Räusche am meisten.

Global Drug Survey
Die anonyme Online-Umfrage wird seit 2011 jährlich durchgeführt. Sie ist nicht repräsentativ, junge Männer sind übervertreten. Zudem ist davon auszugehen, dass Drogenkonsumenten eher an der Umfrage teilgenommen haben als Abstinente. Entwickelt wurde die Befragung vom englischen Psychiater Adam R. Winstock mit dem Ziel, weltweit Daten über positive wie negative Seiten des Drogenkonsums zu erheben und zu erforschen.



CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. In Österreich haben 27,3 Prozent der Teilnehmer ihre Räusche bitter bereut, weltweit war es nur jeder Fünfte. Und: Die höchste Reue gibt es bei betrunkenen deutschsprachigen Frauen über 25 Jahre, sie liegt bei 33 Prozent. Weniger zu trinken nehmen sich aber nicht so viele vor, wie dies den Anschein machen würde. Demnach wollen nur 38 Prozent der Teilnehmer in diesem Jahr weniger häufig zur Flasche greifen.



Cannabis schlägt wiederum Zigaretten, wie die Befragung der österreichischen Teilnehmer zeigt. Während 69 Prozent hierzulande angeben, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis geraucht zu haben, taten dies "nur" 67 Prozent bei Zigaretten. Ecstasy und Kokain folgen mit rund 33 Prozent.



Die Studie zeigt auch den Preis von Kokain pro Gramm in den verschiedenen Ländern auf. Dabei gibt es gewaltige Unterschiede. In Kolumbien legt man für das Gramm Pulver rund 3,80 Euro hin, in Neuseeland 220,50 Euro. Österreich liegt mit 100 Euro im teuren Bereich der Länder, der globale Schnitt liegt bei 80 Euro. Der Großteil (71 Prozent) der Teilnehmer gibt aber an, dass sie sogar noch um rund 25 Prozent mehr zu zahlen bereit wären, wenn sie es über einen regulierten Kokain-Markt bekommen könnten.



Abseits des konkreten Preises nannten die Studienteilnehmer auch die ihrer Meinung nach den besten Drogen beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier führt mit 8,4 Punkten (auf einer Skala von 0 bis 10) LSD vor "Zauberpilzen" (7,7) und Liquid Ecstasy (7,5). Am Ende des Rankings liegen synthetische Cannabinoide (5,6), Kokain (4,9) und Alkohol (4,8).



Die Studie zeigt ebenso auf, beim Konsum welcher Droge medizinische Hilfe beziehungsweise ein Aufenthalt im Spital notwendig waren. Bei medizinischer Hilfe ist Heroin haushoch voran (13,6 Prozent der Konsumfälle), gefolgt von Methamphetamin (3,2 Prozent) und synthetischen Cannabinoiden (2,9 Prozent).



Überraschend: Reichte medizinische Hilfe nicht aus und mussten die Konsumenten ins Spital, geschah das vor allem bei synthetischen Cannabinoiden (88,9 Prozent jener, die medizinische Hilfe benötigten, kamen auch in ein Spital). Dahinter folgen LSD (65,1 Prozent) und Heroin (60,7 Prozent). (rfi)

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