Österreichs Winzer frohlocken: Nach mehreren schwächeren Weinlesen konnte 2017 eine überdurchschnittliche Ernte eingebracht werden. Bei Rotwein wurden – nach der miserablen Erntemenge des Vorjahres – ganze 53 Prozent mehr gelesen. Bei Weißwein stieg die Erntemenge gegenüber 2016 um 17 Prozent, wie die Statistik Austria am Freitag meldete.
Nach den schweren Spätfrösten des Vorjahres wurden zwar auch 2017 wieder Kälteschäden verzeichnet, die aber nicht gravierend waren. Auch die langanhaltende Trockenheit im Juni und Juli dürfte nur kleinräumige Ernteeinbußen verursacht haben. So konnte überdurchschnittlich viel Wein reifen, wobei das sonnige Wetter auch die Qualität der Trauben hob. Der Wein wird gut.
Niederösterreich mit leichten Einbußen
In Niederösterreich wurde mit 1,5 Mio. Hektoliter um 3 Prozent weniger Wein als 2016 produziert. Große Ernteeinbußen verzeichneten das Weinviertel (742.700 hl, minus 11%) aufgrund der langen Trockenheit und das Kremstal (126.400 hl; minus 15%), das besonders von Spätfrösten betroffen war. Alle anderen Gebiete konnten überdurchschnittliche Produktionsmengen einfahren.
Burgenland und Steiermark boomen
Im Burgenland wurde 2017 mit einer Weinernte von 731.000 hl ein Plus von 123 Prozent gegenüber 2016 erzielt. Die gefürchteten Spätfröste blieben den Winzern diesmal erspart. Die höchsten Erntezuwächse wurden aus dem Gebiet Neusiedlersee (+159%) gemeldet. Von den günstigen Witterungsbedingungen profitierten sowohl Weißweine (308.200 hl; +121%) als auch Rotweine (422.800 hl; +123%).
Eine ähnliche gute Ertragssituation zeigte sich für die Steiermark. Mit 256.200 hl wurde eine im Vergleich zum Vorjahr um 203% höhere Weinernte erzielt. Sowohl das Burgenland als auch die Steiermark hatten 2016 massive Ernteeinbrüche wegen des Frostes hinnehmen müssen.
Auch Wien konnte gegenüber dem Vorjahr (+4%) zulegen und erzielte mit 26.300 hl das höchste Ernteergebnis seit 20 Jahren.
(GP)