Heinz-Christian Strache: Vom Zahntechniker zum Parte...

Heinz-Christian Strache, eigentlich gelernter Zahntechniker, stieg über Berufskontakte bei der Freiheitlichen Partei Österreichs ein und legte eine Polit-Traumkarriere hin. Für heftige Reaktionen sorgten über die Jahre die Kontakte zu Rechtsextremen des Urenkels von Flüchtlingen aus dem damaligen Sudetenlandes. Bei der Wien-Wahl 2015 forderte er nun Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) erstmals heraus.

Heinz-Christian Strache, eigentlich gelernter Zahntechniker, stieg über Berufskontakte bei der Freiheitlichen Partei Österreichs ein und legte eine Polit-Traumkarriere hin. Für heftige Reaktionen sorgten über die Jahre die Kontakte zu Rechtsextremen des Urenkels von Flüchtlingen aus dem damaligen Sudetenlandes. Bei der Wien-Wahl 2015 forderte er geben.

Straches Urgroßeltern wurden nach seinen Angaben aus dem damaligen Sudetenland vertrieben und flüchteten nach Wien. Straches Mutter Marion, eine Drogistin, wurde hier zur Alleinerzieherin, sein Vater maturierte in Frankreich, brach später sein Studium ab und reiste durch die Welt. Deswegen verbrachte der 1969 geborene Heinz-Christian seine Schulzeit im Internat.

Mit 15 Jahren wurde er Mitglied der schlagenden, deutschnationalen Burschenschaft "Vandalia". Später nahm er an nationalen Zeltlagern teil, bei der österreichische Neonazis vor Ort waren. Es folgten Treffen mit der neonazistischen Wiking-Jugend, dann als FPÖ-Mitglied mit der Rechtsextremisten-Gruppe "Nein zur Ausländerflut" und mit der ebenfalls rechtsextremen DVU. Bei letzterem Treffen nahm die Polizei Strache einen Schreckschussrevolver ab, er musste eine Geldstrafe zahlen.

Polit-Traumstart bei der FPÖ

Abseits davon: Nach der Schule absolvierte Strache eine vierjährige Lehre zum Zahntechniker, ging danach zum Heer und erwarb sich schließlich die Studienberechtigung. Das Geschichtsstudium an der Uni Wien brach Strache aber ab und machte sich 1993 mit einem zahntechnischen Unternehmen selbstständig, welches bis 1998 Bestand hatte. Zahnarzt Herbert Güntner, damals FPÖ-Bezirksobmann in Wien-Landstraße, holte Strache zur FPÖ. Ein Traumstart: 1991 wurde er im Alter von 21 Jahren jüngster Bezirksrat Wiens.

Drei Jahre später löste er seinen politischen Ziehvater ab, 1996 zog Strache in den Landtag und den Landesparteivorstand ein. 1997 übernahm er für zwei Jahre als Landesobmann den Ring Freiheitlicher Jugend. 2004 folgte Strache Hilmar Kabas als Parteichef der Wiener Freiheitlichen nach und wurde Mitglied im Bundesparteivorstand. 2005 fuhr die FPÖ mehrere Wahlverluste ein, der verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider zerriss die FPÖ und gründete das BZÖ. Strache wurde FPÖ-Bundesparteiobmann.

Serie an Wahlsiegen, weitere Kontroversen

Die schwer angeschlagene FPÖ wurde von Strache wieder aufgerichtet, bei der Wahl 2005 in Wien erreichte sie 14,8 Prozent, was zwar Verluste, aber überraschend kleine bedeutete. Kontroversen gab es seither immer wieder um als fremdenfeindlich und rassistisch eingestufte Wahlslogans und -plakate. Bei der Nationalratswahl 2006 erreichte die FPÖ einen leichten Zuwachs auf 11 Prozent, versuchte 2007 trotz EU-feindlichem Kurs eine Europa-Fraktion zu gründen, was letztlich erst 2015 gelang und erreichte bei den Nationalratswahlen 2008 17,5 Prozent.

2010 erreichte Strache bei der Wiener Wahl mit der FPÖ 25,7 Prozent, man wurde zweitstärkte Kraft in der Bundeshauptstadt. Es folgten über die Jahre weitere Eklats um rechtsextreme Sager, Prozesse rund um Strache und FPÖ-Veröffentlichungen mit fremdenfeindlichen Inhalten. Privat heiratete Strache 1999 Gastronomen-Tochter Daniela Plachutta. Das Paar bekam zwei Kinder, ließ sich aber 2006 scheiden.

Strache ist Bundesparteiobmann und Klubobmann der FPÖ im Nationalrat, Landesparteiobmann, Bezirksparteiobmann in Erdberg sowie Nationalrat. Für die Wiener Wahl 2015 wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl erwartet. Am Ende setzte es jedoch einen .

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