Her mit den Jobs!

Bild: STEFANIE J. STEINDL

Die Arbeitslosigkeit in Österreich hat einen neuen Rekordwert erreicht. 307.517 Menschen (+12,6% zum Vorjahr) waren im April ohne Job. Einmal draußen, ist es für viele schwierig, wieder einen Job zu finden: zu alt, zu unterqualifiziert, zu lange arbeitslos, zu krank.

Die Arbeitslosigkeit steigt –

NGOs gründen nun selbst Betriebe und werden Arbeitgeber

SOCIAL BUSINESS. Die Arbeitslosigkeit in Österreich hat einen neuen Rekordwert erreicht. 307.517  Menschen (+12,6% zum Vorjahr) waren im April ohne Job. Einmal draußen, ist es für viele schwierig, wieder einen Job zu finden: zu alt, zu unterqualifiziert, zu lange arbeitslos, zu krank.

NGOs versuchen nun, diese Gruppen aufzufangen, indem sie selbst Unternehmer werden. So gründete die Caritas 2012 die „Caritas Service GmbH“, die nun einen Supermarkt, zwei Restaurants und ein Möbelgeschäft betreibt. Ein schickes Hotel am Praterstern in Wien ist in Planung.

Die Volkshilfe Wien hat ein Medienunternehmen und offeriert mit ihrer Firma „Wien Work“ verschiedenste Dienstleistungen von Kopierservice bis Catering. „Wir wollen das Angebot mit zusätzlichen Mitteln noch ausbauen“, unterstützt AMS-Chefin Petra Draxl das „Social Business“-Konzept, das von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus erfunden wurde.

Lehrabschluss nachholen - Wien fördert Sie!

 

JE BESSER DIE QUALIFIKATION, DESTO BESSER DIE JOB- UND VERDIENSTCHANCEN. Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner hat deswegen den Qualifikationsplan Wien 2020 ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Meine Chance“ werden WienerInnen mit höchstens Pflichtschulabschluss umfassend unterstützt,  den Lehrabschluss nachzuholen. Denn Menschen mit abgeschlossener Lehre tragen nur ein Drittel des Risikos, arbeitslos zu werden.

 

DEN LEHRABSCHLUSS NACHHOLEN NEBEN DEM JOB – GEHT DAS? „Ja, sogar einfacher als die meisten denken“, weiß der Chef des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds, Fritz Me ißl. „Oft passen die Kurszeiten mit ihren Arbeitszeiten nicht zusammen, und genau da helfen wir bei der Suche nach passenden chulungsangeboten und mit bis zu 3.000 Euro Förderung der Kurskosten“, erklärt der waff-Chef.

 

DEN LEHRABSCHLUSS KANN JEDER „AUSSERORDENTLICH“ NACHHOLEN, der älter als 18 Jahre ist und mindestens eineinhalb Jahre Berufserfahrung als Hilfskraft im ausgewählten Lehrberuf mitbringt.  Gleiches gilt auch für Personen, die als Jugendliche zumindest die Hälfte der Lehrzeit absolviert haben. Man  muss dabei mit der Lehre nicht wieder von vorne anfangen! Praxis und Vorerfahrung werden berücksichtigt.

Übrigens: Arbeitsuchende WienerInnen sind beim AMS bestens aufgehoben, um die Zeit der Arbeitslosigkeit für wichtige Höherqualifizierungen zu nutzen.

DASS SICH DAS NACHHOLEN DES LEHRABSCHLUSSES WIRKLICH AUSZAHLT, davon ist Frau Valentina K. heute überzeugt. Sie hatte in der Gastronomie als Küchenhilfe begonnen und dabei immer öfter den Küchenchef vertreten. „Für mich war klar: Ich will mehr, ich will mich beruflich weiterbilden! Den Lehrabschluss machen zu wollen, ist eine Sache, zu wissen wie man dorthin kommt, eine andere! Und da hat mir der waff sehr geholfen.“ Frau K. hat die Lehrabschlussprüfung erfolgreich bestanden.

Infos:

Telefon: 21 74 85 55

 

Caritas macht den Greißler

DER SUPERMARKT. Lebensmittel einkaufen war bis vor einem Jahr im verschlafenen Bad Pirawarth (Weinviertel, NÖ) eine Monsteraufgabe – als der letzte Greißler im Mai 2013 zusperrte, drohte die Nahversorgung zusammenzubrechen. Darum eröffnete die Caritas hier in Kooperation mit Spar einen Supermarkt mit Trafik und Post.

Gleichzeitig gibt es hier Ausbildungsplätze für Menschen mit intellektueller oder körperlicher Behinderung. „Die Lehre verbessert die Chancen am Arbeitsmarkt und ist auch für das Selbstbewusstsein wichtig. Wir helfen nach der Ausbildung bei der Jobsuche“, so Caritas-Geschäftsführer Klaus Schwertner.

 

Wieder auf Sendung!

6.000 Filmschaffende gibt es in Österreich – 70% sind laut dem Verband Österreichischer Filmproduzenten immer wieder arbeitslos. Viele andere quälen sich von Projekt zu Projekt, schrammen an der Armutsgrenze.

Die „SBV Media Production“ ist eine durch die EU gestützte Firma der Volkshilfe. Langzeitarbeitslose und ältere Filmschaffende produzieren hier Sendungen für den ORF und W24 für ein regelmäßig Gehalt.

Info:

DA WIRD AUFGEKOCHT

Das „Inigo“ der Caritas war vor 22 Jahren der erste Gastro-Betrieb in Wien, der Langzeitarbeitslose beschäftigte. Das Konzept liegt im Trend: Das Inigo in Schönbrunn (Bild) sowie eine Kantine in einem Pflegeheim in der Brigittenau machten 2013 auf. Zuletzt eröffnete das AMS im Februar „Michl’s Café“ in der Wiener City.

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