Es ist fix! Herbert Kickl wird neuer FPÖ-Obmann

Herbert Kickl bei der FPÖ-Präsidiums-Sitzung am Montag, 7. Juni 2021 in Wien.
Herbert Kickl bei der FPÖ-Präsidiums-Sitzung am Montag, 7. Juni 2021 in Wien.GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Es ist beschlossene Sache! Herbert Kickl (52) tritt die Nachfolge von Norbert Hofer an und wird neuer Chef der FPÖ.

Die FPÖ stellte am heutigen Montag die Weichen für die Nachfolge von Norbert Hofer, der letzten Dienstag als Parteichef zurückgetreten ist. Bereits seit 8.00 Uhr früh tagte das Parteipräsidium in Wien, ein Ende war auch nach Mittag zunächst nicht absehbar.

Klubobmann Herbert Kickl, der wiederholt seine Bereitschaft zur Obmannschaft erklärt hatte, unterstrich dies vor der Sitzung. Ex-FP-Chef Hofer, der ebenfalls teilnahm, verließ das Treffen gegen Mittag, auch Kickl-Kritiker Manfred Haimbuchner ging vorzeitig.

"Man muss zusammenhalten"

Bei seinem Abgang deutete der oberösterreichischen Landesparteichef - der sich in den letzten Tagen mehrmals klar gegen einen Obmannschaft Kickls positioniert hatte - an, dass er mit Kickl als Parteichef wohl leben wird können. "Kritik darf man üben, aber man muss zusammenhalten und zusammenarbeiten", sagte er angesprochen auf seine Position gegenüber dem Klubobmann.

"Ich werde eine gute Lösung unterstützen", meinte er lediglich und betonte, dass die Stimmung im Präsidium gut und er in die Diskussion eingebunden sei.

Kickl folgt Hofer nach

Seit Montagnachmittag ist es nun beschlossene Sache: Herbert Kickl wird der neue Chef der FPÖ! Um 14.30 Uhr lädt die FPÖ zu einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz zu den Ergebnisse des Bundesparteipräsidiums.

An der Medienrunde nehmen der amtsführende Bundesparteiobmann Harald Stefan, Bundesparteiobmann-Stellvertreter und Klubobmann Herbert Kickl und Generalsekretär Michael Schnedlitz teil. "Herbert Kickl ist der beste Mann für diese Aufgabe", erklärte Schnedlitz.

"Bewegendes Ereignis für mich"

"Das ist kein Tag wie jeder andere", so Kickl. "Es ist auch für mich ein bewegendes Ereignis." Die Latte der Partei liege hoch, erklärt der Nachfolger von Norbert Hofer. "Ich freue mich sehr darüber, dass ich heute einstimmig als Bundesparteiobmann designiert worden bin. Das letzte Wort hat aber das Souverän der Partei", sagt Kickl.

Die letzten Tage habe Kickl dabei bewusst die Rolle des Beobachters übernommen und sich nicht zu Wort gemeldet. Und dabei sei ihm aufgefallen: "Die Freiheitliche Partei ist ein Schlüsselspieler in der Innenpolitik", so Kickl. "Man traut uns eine wirkliche Verschiebung des Kräfteverhältnisses zu."

"Die Aufgabe des Staates hat es zu sein, die Freiheit des Einzelnen zu schützen", erklärt der neue FPÖ-Obmann. Es werde vor allem auch eine Auseinandersetzung mit der türkisen Volkspartei werden. Der 52-Jährige bezeichnet die ÖVP als eine  "politische Show-Einrichtung, welche die Menschen zu lange hinters Licht geführt hat."

Lehrmeister Jörg Haider

Es sei notwendig, Verbindungslinien zu anderen Parteien aufzubauen. "Und diese gibt es in alle Richtungen", versichert Kickl in seinem Statement. In der Pressekonferenz wagte Kickl auch einen Blick in die Vergangenheit und ging dabei auf seine Zusammenarbeit mit Jörg Haider ein. Und er ist sich sicher: "Man kann ihn vielen Bereichen keinen besseren Lehrmeister haben, als Jörg Haider einer war."

Am 19. Juni soll Herbert Kickl bei einem Parteitag schließlich in das Amt des Parteichefs der Freiheitlichen gewählt werden.

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