Welt

Herrchen beißt Hund, um seinen Terrier zu retten

Heute Redaktion
13.09.2021, 21:41

Als sein treuer Vierbeiner von aggressiven Hunden attackiert wurde, wusste Herrl John keinen anderen Ausweg: Er verbiss sich selbst in einem der Angreifer.

Seit elf Jahren sind der Jack Russell Terrier "Bobby" und sein Besitzer John Wood (65) aus Ferrybridge (Großbritannien) unzertrennlich. Doch beim gemeinsamen Gassi gehen, wäre der kleine Vierbeiner beinahe von anderen Hunden getötet worden. Nur der beherzte Einsatz seines Herrchens konnte sein Leben retten.

Ein nicht angeleinter Rottweiler und ein weiterer, weißer Hund stürzten sich am Montag ohne Vorwarnung auf Bobby und versuchten ihn totzubeißen. Während sich der 11 Jahre alte Mischling nach Leibeskräften wehrte, versuchte der 65-Jährige die Angreifer mit Stockschlägen zu vertreiben.

Als der weiße Hund seinen besten Freund an der Kehle packte, realisierte Wood, dass es bald um ihn geschehen wäre, sollte er die wilden Tiere nicht vertreiben können. "Ich wusste keinen anderen Ausweg als zuzubeißen, ich biss dem Hund ins Maul, die Lefzen und die Schnauze. Bestimmt zehn Sekunden lang biss ich immer wieder kräftig zu", schildert der 65-Jährige gegenüber dem britischen Nachrichtenportal "Metro".

Polizei wimmelte ab

Das half! Einer der Hunde ließ los und rannte winselnd davon. Die Schmerzen waren offenbar doch zu groß geworden.

Doch als die alarmierte Polizei eintraf, ereilte den Briten die nächste Schocknachricht. Man könne nichts tun, erklärten die Beamten, denn es handle sich um einen Angriff von Hund gegen Hund. Dass die Besitzerinnen ihre aggressiven Vierbeiner nicht angeleint hatte, zählte offenbar nicht.

Selbst dann war es noch immer nicht ausgestanden: Bobby musste dringend von einem Tierarzt versorgt werden und auf dem größten Teil der Behandlungskosten von mehr als 1.200 Euro blieb Wood sitzen. Womit auch der größte Teil der Ersparnisse des Pensionisten dahin war. Sechzig Prozent müsse er selbst tragen, heißt es in dem Bericht von "Metro", den Rest übernehme eine Versicherung.

Großvater hat Angst um Enkerl

Von den verantwortlichen Hundehalterinnen kann der besorgte Brite unterdessen auch keine Kompensation erwarten – sie sind unerkannt geblieben. Seit dem Angriff hätte er außerdem Angst seinen kleinen Enkel (3) mit auf die Spaziergänge zu nehmen, aus Furcht ihm könnte was passieren.

"Diese Hunde hätten nie ohne Leine herumlaufen dürfen und hätten einen Maulkorb tragen müssen. Sie waren vollkommen außer Kontrolle geraten und ihre Besitzer schienen mir zu zart gebaut, um sie je zu kontrollieren zu können", ärgert sich Wood.

Zumindest einen Hoffnungsschimmer gibt es für den 65-Jährigen: Sein geliebter Freund Bobby ist mittlerweile außer Lebensgefahr. (rcp)

Jetzt E-Paper lesen