Herzerl-Luftballons und ein Lied für Mordopfer Marija

Am 30. April wurde Marija M. (35) mutmaßlich von "Bierwirt" Albert L. erschossen. Heute, Donnerstag, wurde sie zu Grabe getragen.

Ein schlichter weißer Sarg, darauf rote Rosen: Heute, Donnerstag, nahmen rund 100 Trauergäste von Marija M. (35) – die Krankenschwester wurde am 30. April mutmaßlich von "Bierwirt" Albert L. (42) im Winarskyhof in Wien-Brigittenau erschossen – am Friedhof Baumgarten (Penzing) Abschied. "Heute" war mit dem Einverständnis der Familie bei dem serbisch-orthodoxen Begräbnis dabei.

Nach der Zeremonie durch einen orthodoxen Priester sangen viele Verwandte, darunter Marijas älterer und jüngerer Bruder, ihre Eltern und ihre Kinder (drei und 13 Jahre), Bekannte, Freunde sowie Kollegen unter Tränen die Textzeilen "Ich will keine Trauerreden, ich will keine Tränen sehen. Kein Chor, der Hallelujah singt, nein. Ich will, dass ihr feiert, ich will, dass ihr tanzt“ aus Sarah Connors Lied "Das Leben ist schön". 

Rote Herzerl-Ballons steigen für Marija in den Himmel auf

Vor allem Marijas Mutter kämpfte mit der Trauer: Immer wieder brach sie in Tränen aus, beugte sich schmerzerfüllt über den Sarg ihrer Tochter, fragte nach dem Warum. Zum Abschluss der rund 90-minütigen Trauerfeier ließen alle anwesenden Kinder ein gutes Dutzend rote Herzerl-Luftballons – sie waren u.a. mit Nachrichten von Marijas Tochter an ihre Mutter – in den Himmel aufsteigen.

Für Außenstehende schwer zu begreifen: Auch eine Schwester von Albert L. kam zum Begräbnis. Sie kannte Marija seit Kindheitstagen, war eine ihrer besten Freundinnen und ist auch jetzt noch eng mit deren Familie befreundet. Durch sie lernte Marija Albert L. kennen und lieben – der Beginn einer schwierigen Beziehung, aus denen zwei Kinder hervorgingen. 

Familie kann die grausame Tat noch immer nicht fassen

Marija's Bruder, Darko M. – er erzählte im "Heute"-Interview über die schlimmste Nacht seines Lebens – brach beim Begräbnis seiner Schwester immer wieder in Tränen aus, kann die grausame Tat noch immer nicht fassen: "Marija hat das Lied zum Georgstag (orthodoxer Feiertag am 6. Mai, Anm.) als Kind geliebt. Nun wurde sie genau an diesem Feiertag beerdigt."

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