Ralf Rangnick bereitet sich dieser Tage in Bad Tatzmannsdorf auf seine ersten vier Länderspiele als österreichischer Teamchef vor. Am Freitag steigt das Auftaktmatch in der Nations League in Kroatien.
Der Deutsche folgte Franco Foda nach der verpassten WM-Qualifikation und dem Aus im Play-off nach. Heißt auch: Andreas Herzog schaute einmal mehr durch die Finger. Er galt schon mehrfach als aussichtsreicher Teamchef-Kandidat, musste sich aber am Ende immer geschlagen geben. So auch dieses Mal.
Als wäre das nicht ärgerlich genug, musste Österreichs Rekord-Nationalspieler im Saisonfinish den Abstieg mit der Admira hinnehmen. Seine erste Klub-Station als Trainer endet mit dem Gang in die zweite Liga, den der Verein ohne Herzog vornehmen wird. Er ist wieder ohne Job.
In "Sport und Talk aus dem Hangar 7" lässt sich Herzog aber kaum Frust anmerken. Auf "ServusTV" spricht der ehemalige Spitzenkicker locker über den ÖFB und Rangnick. Er ist überzeugt: "Er hat Mannschaften bisher besser gemacht. Das wird er auch mit der österreichischen Nationalmannschaft schaffen. Klar herrscht eine Aufbruchstimmung, weil mit Ralf Rangnick ein Riesenname kommt, der in Österreich mit Salzburg etwas aufgebaut hat, das es noch nie gegeben hat."
Herzog, der sich im Rahmen der Gespräche mit Sportdirektor Peter Schöttel intensive Gedanken über das Nationalteam und seine Entwicklung gemacht hat, macht folgende Problemzonen aus: "Meiner Meinung nach gibt es ein, zwei Baustellen: Offensiv auf den Außenpositionen und beim Mittelstürmer, wenn man Kalajdžić außen vor nimmt. Da muss er gegen schwächere Gegner, die tief stehen, die eine oder andere Idee haben, damit wir kreativ sind."
Auf die Schwierigkeiten des Trainer-Daseins angesprochen, zieht Herzog Bologna-Legionär Marko Arnautovic als Beispiel heran: "Was wird mit dem Marko Arnautović? Vor dem ersten Lehrgang ist alles okay. Aber was passiert nach 25 Minuten, wenn es nicht läuft? Was passiert, wenn er ihn einmal austauscht oder nicht von Beginn an bringt? Das sind Momente in einer Trainerkarriere, in denen du ein gewisses Einfühlungsvermögen brauchst. Die hundertprozentige Lösung hast du nie."
Die Personalie Arnautovic sieht übrigens auch Markus Babbel als mögliches Problem für Rangnick. Der deutsche Ex-Trainer von Stuttgart, Hoffenheim und Hertha ist ebenfalls in der Sendung zu Gast, sagt: "Spannend wird, wie er die nicht ganz so einfachen Charaktere unter einem Hut bringt. Meine Fantasie tut sich schwer, dass Arnautović ein Pressing-Monster wird. Das kann ich mir bei ihm beim besten Willen nicht vorstellen."