Hetzgasse 8: Gericht untersagt den Abbruch

Hetzgasse 8: Urteil untersagt den Abbruch.
Hetzgasse 8: Urteil untersagt den Abbruch.Bild: Denise Auer
In der Causa Hetzgasse 8 sprach das Landesverwaltungsgericht jetzt ein negatives Urteil, untersagt den Abbruch des Hauses.

Knalleffekt in der Auseinandersetzung um das Haus Hetzgasse 8 (Wien-Landstraße): Nach 16 Monaten traf das Landesverwaltungsgericht eine Entscheidung. Das Urteil: Der Abbruch des Gebäudes wird untersagt.

"Mit Bedauern nehmen wir die Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts zur Kenntnis. Nachdem die eigentliche Rechtsfrage aber gar nicht beantwortet wurde, nutzen wir die Möglichkeit der ordentlichen Revision und legen Einspruch beim Bundesverwaltungsgericht ein", sagt Projektverantwortlicher Clemens Bauer.

Die Firma Soulier Management, die in der Hetzgasse einen Neubau umsetzen will, verteidigt ihr Vorgehen. Ursprünglich habe das Haus Hetzgasse 8 der Stadt Wien gehört – die den Gemeindebau laut Soulier Management verfallen ließ.

Eigentümer: "Sanierung macht keinen Sinn"

Später ging das Haus an den Bauträger Soulier Management über. Das Haus werde bereits seit 2014 von der MA 37 als Abbruch- und Neubauprojekt geführt, so Soulier Management. Auch der Bezirk und die MA 64 gaben dem Neubau laut Eigentümer recht. Ende Jänner 2016 habe der ordnungsgemäße Abbruch begonnen – allerdings nur kurz.

Dann trat plötzlich eine Schutzzone in Kraft, "obwohl gegenüber der Hetzgasse bereits zahlreiche Neubauten entlang der Bahn errichtet wurden", so Soulier Management.

Eine Sanierung der klassischen Mietzinskaserne mache bautechnisch und wirtschaftlich aufgrund der schlechten Bausubstanz und dem durchfeuchteten Keller keinen Sinn.

Die Eigentümer legen jetzt Berufung beim Verwaltungsgerichtshof ein, wenden ein, "dass aus 23 schlecht gedämmten Substandardwohnungen in einem asbestverseuchten Haus ein Niedrigenergiehaus mit 56 Mietwohnungen mit Kinderspielplatz und begrünter Außenfassade geworden wäre".

Opposition ortet "Farce"

Unterstützung kommt von den Neos. Der pinke Planungssprecher Stefan Gara meint, Rot-Grün kämpfe "gegen Miethaie, wo keine sind". Und: "Die nachträglich von Rot-Grün beschlossene Schutzzone war ein massiver Eingriff ins Eigentum. Dieser grüne Wahlkampf-Gag verunmöglicht dringend benötigten Wohnraum." Auch ÖVP-Wien-Klubobmann Manfred Juraczka ortet eine "Farce". Die Schutzzone im Weißgerberviertel sei errichtete worden, "obwohl bereits festgestellt worden ist, dass eine Sanierung des bestehenden Gebäudes aufgrund der schlechten Bausubstanz keinen Sinn ergibt bzw. ein Neubau im 'öffentlichen Interesse' ist", so Georg Keri von der ÖVP Landstraße.

(gem)

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