Österreich

Heuer haben schon 24 Wärmestuben geöffnet

In den Wärmestuben finden obdachlose und armutsbetroffene Menschen Wärme und Hilfe. Wegen der steigenden Nachfrage gibt es heuer mehr Standorte.
Heute Redaktion
13.09.2021, 22:06

Aufgrund der hohen Nachfrage in den vergangenen Wintern öffnet die Caritas in Wien heuer gemeinsam mit katholischen, evangelischen und orthodoxen Pfarren und einem Verein insgesamt 24 "Wärmestuben" für obdachlose und armutsbetroffene Menschen.

Jede der 24 Wärmestuben hat an einem Tag pro Woche für mehrere Stunden geöffnet. Zusätzlich sperrt an jedem Wochenende zumindest eine Wärmestube auf. So stehen an sieben Tagen die Woche geheizte Räume bereit.

Um Menschen, die von Armut betroffen sind, dennoch Zuflucht vor der Kälte und warmes Essen bieten zu können, wurden die Wärmstuben geschaffen. "Die Kirchen öffnen ihre Tore, denn gerade rund um Weihnachten soll niemand einsam und allein sein", so Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas Erzdiözese Wien. "Alleine im vergangenen Winter haben wir 9.894 Gäste an 202 Öffnungstagen versorgt", erzählt Schwertner.

Platz zum Aufwärmen, Essen und Plaudern

Seit ihrer Gründung vor sechs Jahren sind die "Wärmestuben" zu einer festen Institution in Wien geworden. Denn gerade im Winter ist das Leben auf der Straße besonders schwer.

Im Vorjahr haben sich allein in Wien rund 6.000 Menschen hilfesuchend an die Caritas gewandt, weil sie Probleme mit dem Thema Wohnen hatten, ihre Miete nicht mehr zahlen konnten, kurz vor der Delogierung standen oder bereits wohnungslos oder akut obdachlos waren.

"Die Wärmestuben sind aber mehr als nur ein geheizter Raum, hier finden all diese Menschen neben dem Schutz vor der Kälte auch menschliche Wärme", betont Schwertner. Das Besondere an den Wärmestuben sei, dass die Menschen hier als Gäste empfangen würden. Es herrsche eine sehr persönliche, familiäre Atmosphäre.

Anstieg der Nachfrage um mehr als 20 Prozent

Bei der Caritas verzeichnet man einen Anstieg der Nachfrage um rund 20 Prozent. "Neben den Wärmestuben haben wir seit Anfang November auch die Zahl unserer Notquartiersbetten um 260 Plätze aufgestockt, das Streetwork der Gruft auf sieben Tage in der Woche ausgeweitet und das Kältetelefon ist rund um die Uhr erreichbar", berichtet Schwertner. Dort sind seit Anfang November bereits mehr als 1.854 Anrufe eingegangen.

Ohne freiwillige Mitarbeiter nicht machbar

Heuer nehmen 24 Pfarren und ein Verein an der Aktion teil, das sind zwei Standorte mehr als noch im vergangenen Winter. "Ohne den Einsatz der vielen Freiwilligen wäre dieses Hilfsangebot nicht möglich. Denn ihre Hilfe wärmt und macht obdachlosen und armutsbetroffenen Menschen wieder Mut", bedankt sich Schwertner bei den Helfern.

Schlafsäcke und Sachspenden dringend gesucht

Doch trotz Wärmestuben gibt es noch viel zu tun. Die Caritas bittet dringend um Spenden. Auch die teilnehmenden Pfarren nehmen gerne Sachspenden wie beispielsweise Tee oder Kaffee, Taschentücher, Einzel-Fahrscheine sowie Zahnpasta und Zahnbürsten an.

Die Öffnungszeiten zur Spendenannahme der jeweiligen Pfarre sind online unter www.pfarrcaritas.at abrufbar.

Helfen kann man auch mit dem Erwerb eines "Gruft Winterpakets": Für 50 Euro sichern sie einem obdachlosen Menschen einen winterfesten Schlafsack und eine warme Mahlzeit. "Die Hilfe kommt an. Und die Hilfe wird dringend benötigt", betont Schwertner.

Wer will kann die Caritas auch mit Geldspenden unterstützen. alle Informationen dazu finden Sie unter www.caritas-wien.at.

(lok)

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen