Wirtschaft

Heuer schrumpft unsere Wirtschaft um 7,1 Prozent

Die Nationalbank (OeNB) erwartet heuer einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 7,1 Prozent.
11.12.2020, 13:00

Die zweite Corona-Welle hat die zwischenzeitliche Erholung der heimischen Wirtschaft wieder gebremst. Aus diesem Grund rechnet die Österreichische Nationalbank (OeNB) damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) heuer wohl um 7,1 Prozent schrumpfen wird. Die Vorhersage für 2021 ist mit plus 3,6 statt vier Prozent nicht so optimistisch. Erst Mitte 2022 soll das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden.

Das Budgetdefizit steigt laut OeNB heuer auf 9,2 Prozent des BIP und geht bis 2023 auf 1,4 Prozent zurück. Die Nationalbank geht davon aus, dass es zwar Anfang 2021 Impfstoffe geben wird, diese aber erst nach einem Jahr global effektiv angewendet werden. Daher können die Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft auch nur schrittweise zurückgefahren werden. 

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„"Im ersten Quartal 2021 sowie in geringerem Ausmaß auch noch im zweiten Quartal 2021 wird die wirtschaftliche Aktivität in und außerhalb Österreichs noch durch die Pandemie belastet", so die Nationalbank.“

Zweiter Lockdown richtete weniger Schaden an

Im Vergleich zum ersten Lockdown hat der zweite Lockdown der Wirtschaft deutlich weniger geschadet. Im Frühjahr hatte es im Jahresvergleich ein Minus von 25 Prozent gegeben, im Herbst dürfte das Minus "nur" die Hälfte, etwa 13 Prozent, betragen. Zu dieser relativen Verbesserung hat beigetragen, dass die Lieferketten nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, die Produktionsstätten offen blieben und allgemein Hoffnung auf Medikamente bzw. Impfungen zu einer größeren Zuversicht führen.

Daher wird der Handel dieses Mal wenig betroffen sein. Der Tourismus leidet hingegen nach wie vor stark. Güter- und Dienstleistungsexporte, zu denen der Tourismus zählt, werden zusammen heuer um zwölf Prozent einbrechen, erwartet die Nationalbank.

Konsumausgaben stark reduziert

Heuer haben die Österreicher ihre Konsumausgaben stark reduziert und dafür viel Geld zur Seite gelegt – die Sparquote ist auf 13,7 Prozent gestiegen. Ein Teil dieses angesparten Geldes sollte aber 2021 wieder in den Konsum fließen, daher sei trotz stagnierender Realeinkommen ein Konsumwachstum von 3,9 Prozent zu erwarten.

Während in Österreich die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden der unselbstständig Tätigen heuer um 8,8 Prozent gefallen ist, ist dank Kurzarbeit die Zahl der Jobs nur um 2,3 Prozent gesunken. 2021 rechnet die OeNB "mit einem leichten Anstieg der Beschäftigung".

OeNB erwartet heuer 7,1 Prozent BIP-Rückgang
APA-Grafik / picturedesk.com

Die Inflation (HVPI) dürfte heuer nur leicht auf 1,3 Prozent zurückgehen und dann langsam auf 1,7 Prozent in den Jahren 2022 und 2023 steigen. Die Staatsschuldenquote steigt 2020 und 2021 sehr stark (auf 83,3 bzw. 86,4 Prozent des BIP) und geht danach bis 2023 geringfügig auf 82,5 Prozent des BIP zurück.