Heumarkt-Projekt wird für zwei Jahre gestoppt

Die Wiener SPÖ hat bei dem umstrittenen Projekt am Heumarkt die Reißleine gezogen. Zwei Jahre lang soll sich dort "gar nichts ändern".

Das geplante Hochhaus-Projekt auf dem Heumarkt-Areal in Wien-Landstraße sorgte nicht nur unter den zahlreichen Gegnern für Unmut, sondern brachte sogar den Status der Bundeshauptstadt als UNESCO-Weltkulturerbe in Gefahr.

Die Wiener SPÖ hat am heutigen Sonntag einen sofortigen Stopp angekündigt. Man wolle jetzt eine "zweijährige Phase des Nachdenkens" antreten. "In den nächsten zwei Jahren wird sich gar nichts ändern", erklärte der Wiener Landtagspräsident Ernst Woller (SPÖ) in einem Gespräch mit der APA zitiert. Zudem soll auch ein Management-Plan für das Weltkulturerbe Wiens erstellt werden.

Auch der Denkmalrat ICOMOS hatte in einem aktuellen Gutachten zum Heumarkt-Projekt empfohlen die Planungen für zwei Jahre auszusetzen. In der Zeit sollten mit den Bauträgern Alternativen erarbeitet werden, die mit den UNESCO-Anforderungen vereinbar seien.

"Schandfleck mitten in der Stadt"

Woller bezeichnete diesen Bericht als "wenig überraschend" und ergänzte: "Wir sind in sehr intensiven Gesprächen – fast täglich, wöchentlich – mit der UNESCO und mit ICOMOS." Auch Bürgermeister Michael Ludwig sei in dieser Frage "hochaktiv". Zumindest bis 2021 dürfte der Bundeshauptstadt nun auch der UNESCO-Status erhalten bleiben.

Dass der Heumarkt so bleiben könnte, wie er derzeit ist, steht aber für alle Beteiligten außer Frage. Der Projektbetreiber habe bereits eine Baubewilligung beantragt, wobei die Behörde mit ihrer Entscheidung auch etwa noch zwei Jahre brauchen dürfte. Und auch Landtagspräsident Woller wünscht sich Veränderung am Heumarkt: Dieser sei in seinem aktuellen Zustand ein "Schandfleck mitten in der Stadt".

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(red)

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