Österreich

Heurigenmord-Prozess: "Eiskalt" verübtes Verbrechen

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:58

Der Heurigen-Mord von Pachfurth (NÖ) - heute beginnt am Landesgericht Korneuburg der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Dem Bulgaren droht lebenslang. Die Staatsanwältin sprach voon einem "eiskalt" verübten Verbrechen.

Zweifacher Raubmord und Mordversuch an einem niederösterreichischen Heurigenwirtsehepaar und dessen 21-jähriger Tochter wird einem 48-jährigen Bulgaren vorgeworfen, der seit Donnerstag in Korneuburg vor Gericht steht. Staatsanwältin Elisabeth Sebek sprach in ihrem Eröffnungsvortrag von einem "eiskalt" verübten Verbrechen. Das Motiv sei klar: Der Mann wollte an Geld gelangen.

Mord am Pfingstmontag

Am 25. Mai war der Bulgare mit einem Bekannten eingereist, um - nach seinen Angaben - "geschäftliche Angelegenheiten" zu regeln - laut Sebek aber wohl bereits in der Absicht, ein schlecht gesichertes Lokal auszurauben. Am Abend des 1. Juni - Pfingstmontag - habe er den gut besuchten Heurigen in Pachfurth beobachtet. Nachdem der letzte Gast gegangen war, betrat er laut Anklage die Räumlichkeiten und bedrohte das Ehepaar mit einer Pistole. Dann gab er vier Schüsse auf den 50-jährigen Besitzer ab.

Tochter in Rücken geschossen

Die Tochter, die sich mit ihrem Freund im Obergeschoß befunden hatte, kam aufgrund der Schreie ihrer Mutter die Stiege herunter und sah, dass der bewaffnete Täter die 49-Jährige um die Taille umklammerte. Die 21-Jährige wollte wieder hinauf flüchten, worauf der Unbekannte ihr in den Rücken schoss.

1500 Euro Beute

Schwer verletzt im Stiegenhaus liegend hörte sie ihre Mutter schreien - und dann einen Schuss. Anschließend stieg der Täter über die 21-Jährige, die sich tot stellte, hinweg und durchsuchte die Räume im ersten Stock, ehe er das Haus verließ - mit einer Kellnerbrieftasche, in der sich rund 1500 Euro Tageslosung befanden.

Freund flüchtete durch Fenster

Dem Freund der 21-Jährigen war es gelungen, durch ein Fenster auf den Balkon zu flüchten. Von dort kletterte er auf das Dach und sah noch einen weißen Wagen ohne Beleuchtung durch die Straße fahren. Die Fahndung nach dem Pkw führte auf die Spur des Verdächtigen. Anschließend identifizierte die Tochter noch im Spital den Bulgaren eindeutig als Täter.

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