Die Europäische Zentralbank (EZB) darf sich zum Jahresauftakt angenehmeren Themen widmen: Statt an der Zinsschraube zu drehen oder Rettungspakete für finanzschwache Euro-Staaten zu schnüren, steht beim ersten Auftritt der Währungshüter 2013 heute Donnerstag die Vorstellung neuer Euro-Banknoten im Mittelpunkt des Interesses.
Im Anschluss an die Sitzung des EZB-Rates will Notenbank-Präsident Mario Draghi in Frankfurt den überarbeiteten Fünf-Euro-Schein präsentieren, der ab Mai unters Volk gebracht werden soll. Die Währungshüter versprechen mehr Sicherheit gegen Fälscher dank neuer Wasserzeichen und Hologramme.
In der Geldpolitik erwarten die meisten Volkswirte keine Veränderungen. Der Leitzins dürfte auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent verharren. Zwar sieht auch die EZB noch erhebliche Risiken für die Konjunktur im Währungsraum: Die Staatsschuldenkrise in Europa belastet ebenso weiter wie aufgeschobene Probleme in den USA.
Doch führende EZB-Vertreter hatten in den vergangenen Wochen betont, nicht das Zinsniveau sei das Problem, sondern die Tatsache, dass die bereits extrem niedrigen Zinsen nicht dort ankämen, wo sie gebraucht würden. Eigentlich sollten die weit geöffneten Geldschleusen die Konjunktur stimulieren - gerade in den Krisenstaaten des Währungsraums.