"Heute"-Reporter im Zentrum der Tornado-"Apokalypse"

Mehrere Gemeinden wurden von dem Todes-Tornado völlig zerstört. Ein "Heute"-Lokalaugenschein zeigt die Verwüstung in der Gemeinde Moravská Nová Ves.

Fünf Menschen sind tot, weitere 200 verletzt, 2.000 Häuser sind beschädigt und unzählige Familien obdachlos – das ist die verheerende Bilanz des tödlichen Tornados, der am Donnerstagabend gleich mehrere Orte in Südmähren, direkt hinter der österreichischen Grenze verwüstet hat. Das Ausmaß der Katastrophe ist gigantisch: Ministerpräsident Andrej Babis spricht von einer noch nie dagewesenen "Apokalypse" für Tschechien. 

Auch Einsatzkräfte aus Niederösterreich wurden gestern noch in unser Nachbarland zur Hilfeleistung geschickt. Christophorus-Teams brachten zwei Schwerstverletzte – ein 15-jähriges Mädchen und einen Busfahrer – mit dem Hubschrauber in Sicherheit und zur Behandlung nach Wien.

"Heute"-Reporter vor Ort in Tschechien:

Der Sturm hat sich Gott sei Dank endlich in Luft aufgelöst, am Tag danach beginnt nun die emotional schwierige Aufräumarbeit. "Heute" war mit einem Kamerateam für einen Lokalaugenschein in der Gemeinde Moravská Nová Ves (dt. Mährisch-Neudorf) vor Ort:

Der Tornado hatte eine richtige Schneise durch den Ort gezogen: Dächer sind teilweise völlig abgedeckt oder sogar eingestürzt, Autos wurden von dem Wirbelsturm wie Spielzeug durch die Luft geschleudert, teilweise wurden sie sogar von Trümmerteilen völlig demoliert.

Dachziegel wurden zu Geschossen

Die Kraft des Windes hatte die Dachziegel nicht nur aus ihrer Verankerung gerissen, sondern auch mit in die Luft gesogen. Einige Bilder zeigen die Fassade eines Mehrparteienhauses, in dessen Wand sich zahlreiche der Tonsteine gebohrt hatten. Das Gebäude wurde damit regelrecht von der Seite bombardiert.

Wetter-Experten schätzen die Windgeschwindigkeiten des Tornados in einer ersten Analyse auf etwa 300 km/h. Ein jeder Mensch, der von solch rasend schnell umher wirbelnden Trümmern getroffen würde, wäre wohl auf der Stelle tot gewesen.

In der Ortschaft zeigt sich auch, dass die Naturkatastrophe wie ein Skalpell durch den Ort schnitt. Nur 200 Meter von einem völlig zerstörten Straßenzug, in dem jetzt niemand mehr wohnen kann, scheint alles in Ordnung, eine abgefallene Fliese oder Dachziegel sind dort der größte Schaden. 

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