Wien

Wieder Tausende bei neuem Corona-Protest in Wien

Die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag dürfte nur die Ruhe vor dem Sturm sein. Sonntag werden bis zu 20.000 Teilnehmer erwartet. 
Tobias Kurakin
26.02.2022, 15:08

Während im Osten Europas gerade der größte Angriffskrieg seit dem Zweiten Weltkrieg voll im Gange ist, versammeln sich in Wien wieder Menschen, um gegen die Corona-Politik der Bundesregierung zu demonstrieren. Mittendrin statt nur dabei sind wieder einmal stramme Rechte. 

Demonstranten inszenieren sich als Widerstandskämpfer

So kursieren auf Social Media bereits unzählige Bilder von Demonstrantinnen und Demonstranten, die direkte Parallelen ihrer Protestbewegung zu der von den Nazis ermordeten Widerstandskämpferin Sophie Scholl ziehen. Ohne Maske, aber dafür mit Q-Anon-Plakaten und mehreren Fahnen, darunter auch Russland-Flaggen, haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Beginn am Wiener Heldenplatz eingefunden. 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Die Polizei gibt jedoch am Sonntag erstmals leise Entwarnung. Im Gespräch mit "Heute" wird davon gesprochen, dass für Sonntag bis zu 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet werden. Hier rechnen die Einsatzkräfte auch mit mehreren teils harschen Protestaktionen, die durch mehrere Standkundgebungen von prominenten Corona-Kritikern eingeheizt werden.

Der Protestmarsch am Samstag ist hingegen weniger besorgniserregend. Das Vorgehen dabei das gleiche wie schon bei den Demonstrationen in der Vergangenheit. Eine Privatperson habe eine Veranstaltung am Heldenplatz und den Maria-Theresien-Platz angekündigt, eine Eskalation der Veranstaltung wird von Seiten der Exekutive nicht befürchtet. Beim Zug über den Ring fanden sich mehrere Tausend Teilnehmer ein – so groß wie in der Vergangenheit war der Zulauf allerdings nicht mehr.

Die Covid-Maßnahmen-Gegner sind jedoch heute nicht die einzigen, die auf der Straße ihren Unmut kundtun. Zusätzlich zu den Pandemie-Kritikern findet am Platz der Menschenrechte eine Demonstation gegen den Krieg in der Ukraine statt – hier rechnet man mit knapp 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Polizei geht nicht davon aus, dass es zu einem Zusammenstoß dieser Gruppen kommen wird.

Polizei rechnet mit früherem Ende 

Neben bereits bekannten Symbolen aus der Covid-Leugner-Szene kursieren auf Twitter zudem erste Videos, die zeigen, dass die Demonstrantinnen und Demonstranten auch mit der russischen Fahne durch die Straßen ziehen. Für heute ist geplant, dass sich die kleine Gruppe, für die nicht einmal eine offizielle Zahl bekannt ist, die Ringstraße blockiert und hier den Verkehr lahmlegt. Angemeldet wurde die Demo bis 22 Uhr – bei der Polizei rechnet man jedoch bereits mit einem früheren Ende.