Hier kannst du mit einem Armband ins Gasthaus oder Kino

In Tübingen erhält man bei einem negativen Corona-Test in der Stadt ein Armband.
In Tübingen erhält man bei einem negativen Corona-Test in der Stadt ein Armband.Christoph Schmidt / dpa / picturedesk.com
Im März startete die deutsche Stadt Tübingen mit dem Projekt "Öffnen mit Sicherheit". Bei einem negativen Corona-Test erhält man ein Armband.

Tübingen bleibt im Kampf gegen die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen weiter innovativ. Seit dem 16. März läuft in der deutschen Stadt das Modellprojekt "Öffnen mit Sicherheit". Einwohnerinnen und Einwohner können sich dabei an neun Stationen gratis auf das Coronavirus testen lassen.

Kinos, Restaurants, Schulen offen

Auswärtige waren anfangs ebenfalls zugelassen, was allerdings zu zahlreichen Besuchen in der Stadt geführt hat. Mittlerweile muss man Tübingerin oder Tübinger sein, um vom Ticket zu profitieren. Wenn das Testergebnis negativ ist, erhält man das "Tübinger Tagesticket" - mittlerweile in Form eines Armbands mit QR-Code – und darf in Läden, Theater, Kinos und Bibliotheken. Im Rest Deutschlands gilt weiterhin ein Lockdown, der vor einer Verschärfung steht.

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Tübingen will seinen Versuch dennoch weiterführen. Der Test läuft derzeit noch bis am 18. April. Vor einer Woche wandten sich Oberbürgermeister Boris Palmer und die lokale Präsidentin des Roten Kreuzes, Lisa Federle, in einem offenen Brief an die Bevölkerung, in der sie warnte, dass die Sieben-Tage-Inzident wieder angestiegen sei.

Vorbild für andere Städte?

Dennoch wollen die Behörden den Test weiterführen: "Wir sehen, dass die veränderten Bedingungen unseres Modellversuchs viel herausfordernder sind, als die ersten beiden Wochen es waren", schreiben Palmer und Federle. "Wir wissen aber auch, dass das für die meisten Menschen im Land gilt, weil in ihren Kreisen die Notbremse greift, und das gilt sogar für unsere Nachbarn im Landkreis. Deshalb glauben wir, dass es sich lohnt, den Versuch nicht aufzugeben und gegen den Lockdown und das Virus anzutesten, soviel wir nur können."

Die deutschen Politikerinnen und Politiker schauen mit großem Interesse auf den sogenannten "Tübinger Weg". Ende März signalisierte der nordrhein-westfalische Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet eine Ausdehnung des Projektes auf andere Städte. "Wir brauchen Tübingen überall", sagte Laschet laut DPA. "Wir müssen lernen, dies bei uns umzusetzen."

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