Hier passieren die meisten Arbeitsunfälle

AUVA erstellte Statistik über Arbeitsunfälle.
AUVA erstellte Statistik über Arbeitsunfälle.iStock (Symbol)
Die Arbeitsunfallstatistik der AUVA liegt vor: In NÖ kam es 2019 zu 12.499 Unfällen, in Wien waren es 15.242. 

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen haben in Österreich ein sehr hohes Niveau erreicht. Das bestätige auch die Arbeitsunfallstatistik der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA).

Fast 2 % mehr Arbeitsunfälle in NÖ

Für Niederösterreich wurden 2019 von der AUVA 12.499 Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle) unselbständig Erwerbstätiger gemeldet und anerkannt. In absoluten Zahlen sind das um 242 Arbeitsunfälle (1,97 Prozent) mehr als im Jahr 2018. Die Unfallrate je 1.000 Beschäftigungsverhältnisse lag 2019 in NÖ bei 21,76 und fiel damit etwas geringer aus als 2018 (22,13).

Krankenstandstage stiegen leicht an

Leicht gestiegen ist die Zahl der Krankenstandstage nach Arbeitsunfällen in niederösterreichischen Betrieben: 2019 waren Personen nach einem Arbeitsunfall durchschnittlich 18,56 Tage, also um rund einen Tag länger als 2018 (17,43) im Krankenstand.

Die Anzahl der Wegunfälle (Unfälle auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder von dort nach Hause) unselbständig Erwerbstätiger blieben mit 1.416 fast unverändert.

Verkäufer am häufigsten betroffen

Nach Branchen ereigneten sich die meisten Arbeitsunfälle in Niederösterreich bei der „Herstellung von Waren“ (2.657 Arbeitsunfällen bzw. 21,26 Prozent aller Arbeitsunfälle in Niederösterreich). Auf Platz zwei liegt die Branche „Bau- und Baunebengewerbe“ (2.446 Arbeitsunfälle), gefolgt vom „Handel“ (2.131 Arbeitsunfälle). Ein Blick auf die Berufsgruppen zeigt, dass in Niederösterreich letztes Jahr „Verkäufer und Verkaufshilfskräfte in Handelsgeschäften“ (746), „Frachtarbeiter und verwandte Berufe“ (726) sowie „Fahrer schwerer Lastkraftwagen“ (613) besonders häufig von Arbeitsunfällen betroffen waren.

Die häufigsten Unfallursachen in NÖ waren „Kontrollverlust“ über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (5.070 Arbeitsunfälle bzw. 40,56 Prozent), „Unkoordinierte Bewegungen“, wie z. B. Anstoßen, Zusammenstoßen oder Treten auf scharfe Gegenstände (2.382 Arbeitsunfälle bzw. 19,06 Prozent) und „Stürzen“ (2.286 Arbeitsunfälle bzw. 18,29 Prozent). Nach Altersgruppen entfielen die meisten Arbeitsunfälle auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 25 und 34 Jahren.

Schwerhörigkeit häufigste Berufskrankheit

Auf den Bereich der AUVA-Landesstelle Wien, die für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland zuständig ist, entfielen 303 der im Jahr 2019 anerkannten 1.130 Berufskrankheiten unselbständig Erwerbstätiger. Die häufigste Berufskrankheit im Landesstellenbereich war in weit mehr als der Hälfte aller Fälle die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit (194 Fälle). An zweiter Stelle liegen asbestbedingte Erkrankungen (35 Fälle), gefolgt von berufsbedingten Hauterkrankungen (23 Fälle).

Für Wien wurden 2019 von der AUVA 15.242 Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle) unselbständig Erwerbstätiger gemeldet und anerkannt. In absoluten Zahlen sind das um 325 Arbeitsunfälle (+ 2,18 Prozent) mehr als im Jahr 2018. Die Unfallrate je 1.000 Beschäftigungsverhältnisse lag 2019 in Wien bei 17,31 und fiel deutlich geringer aus als 2018 (20,01).[1] Gesunken hingegen ist die Zahl der Krankenstandstage nach Arbeitsunfällen in Wiener Betrieben: 2019 waren Personen nach einem Arbeitsunfall durchschnittlich 10,57 Tage, also um fast einen Tag weniger als 2018 (11,46) im Krankenstand.

Wien: Deutlicher Anstieg bei Wegunfällen

Zu einem deutlichen Anstieg kam es in Wien bei den Wegunfällen (Unfälle auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder von dort nach Hause) unselbständig Erwerbstätiger (+ 5,72 Prozent).

Nach Branchen ereigneten sich die meisten Arbeitsunfälle in Wien im „Bau- und Baunebengewerbe“ (3.149 Arbeitsunfälle bzw. 20,66 Prozent aller Arbeitsunfälle in Wien). Dahinter folgen die Branchen „Handel“ mit 2.192 Arbeitsunfällen und „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (z. B. Arbeitskräfteüberlassung) mit 2.005 Arbeitsunfällen.

Auch Maurer oft betroffen

Ein Blick auf die Berufsgruppen zeigt, dass in Wien ebenso wie in NÖ letztes Jahr „Verkäufer und Verkaufshilfskräfte in Handelsgeschäften“ (1.136), „Reinigungspersonal und Hilfskräfte in Büros, Hotels und anderen Einrichtungen“ (695) sowie „Maurer und verwandte Berufe“ (583) besonders häufig von Arbeitsunfällen betroffen waren.

Die häufigsten Unfallursachen in Wien waren 2019 „Kontrollverlust“ über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (5.394 Arbeitsunfälle bzw. 35,39 Prozent) und Stürze (3.409 Arbeitsunfälle bzw. 22,37 Prozent).

"Als AUVA werden wir in unserer Präventationsarbeit nicht lockerlassen", so AUVA-Obmann Mario Watz.

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